Aktionen

Einführende Bemerkungen zur Bildung

Wechseln zu: Navigation, Suche
Einführende Bemerkungen zu den Verfassungsbestimmungen über die Bildung


Autorin: Patricia M. Schiess Rütimann. Zuletzt bearbeitet: 30. Juni 2019
Liechtenstein-Institut (Hrsg.): Kommentar zur liechtensteinischen Verfassung. Online-Kommentar, Bendern 2016, verfassung.li


Inhaltsverzeichnis

Entstehung und Materialien

Hofkanzleiverordnung betreffend die Einrichtung von Schulen und Einführung der allgemeinen Schulpflicht vom 18. September 1805

Dienstinstruktionen von 1808 5tens

Verfassungsentwurf Kaiser §§ 22–24

VV 1848 § 25

KonV §§ 51-54

Verfassungsentwurf Beck Art. 5-7

Verfassungsentwurf Prinz Karl § 23

Schlossabmachungen Ziff. 8

RV §§ 15-17

VK

LGBl. 1921 Nr. 15

LGBl. 1972 Nr. 8

  • Bericht und Antrag der Regierung betreffend die Schaffung eines neuen Schulgesetzes (ohne Datum, 1. Lesung in der Landtags-Sitzung vom 15. April 1971)
  • Landtags-Protokolle 1971 I, S. 116 (Sitzung vom 15. April 1971)
  • Bericht und Antrag der Landtagskommission vom 1. Dezember 1971 zur Beratung des Schulgesetzes
  • Landtags-Protokolle 1971 II, S. 716-718 (Sitzung vom 15. Dezember 1971)

Die wichtigsten Materialien zu den Schulgesetzen:
Schulplan vom 31. Juli 1822

Schulgesetz vom 5. Oktober 1827

Schulgesetz vom 8.Februar 1859

Gesetz vom 20. Oktober 1864 über die Einführung eines Schulrats als Lokalschulbehörde, LGBl. 1864 Nr. 7/3

Gesetz vom 11. Januar 1869 [Errichtung eines Landesschulrats], LGBl. 1869 Nr. 2

Schulordnung vom 21. November 1924 für die Elementarschulen des Fürstentums Liechtenstein, LGBl. 1924 Nr. 18

Schulgesetz vom 9. November 1929, LGBl. 1929 Nr. 13

Schulgesetz (SchulG) vom 15. Dezember 1971, LGBl. 1972 Nr. 7

  • Bericht und Antrag der Regierung betreffend die Schaffung eines neuen Schulgesetzes (ohne Datum, 1. Lesung in der Landtags-Sitzung vom 15. April 1971)
  • Landtags-Protokolle 1971 I, S. 46-115 (Sitzung vom 15. April 1971)
  • Bericht und Antrag der Landtagskommission vom 1. Dezember 1971 zur Beratung des Schulgesetzes
  • Landtags-Protokolle 1971 II, S. 674-716 (Sitzung vom 15. Dezember 1971)

Literatur

Amt für Statistik des Fürstentums Liechtenstein, Bildungsstatistik 2018, Vaduz 2019, abrufbar unter: https://www.llv.li/files/as/ibildungsstatistik_2018.pdf

Bitter, Stephan, Kommentar zu Art. 2 ZP 1, in: Karpenstein/Mayer (Hrsg.), Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten. Kommentar, 2. Aufl., Baden-Baden 2015, S. 423-441

Bleyle, Annette, Stichwort „Kindergarten“, in: Brunhart (Projektleiter), Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein, Bd. 1, Vaduz 2013, S. 436

Bleyle, Annette, Stichwort „Liechtensteinisches Gymnasium (LG)“, in: Brunhart (Projektleiter), Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein, Bd. 1, Vaduz 2013, S. 562–563

Bleyle, Annette, Stichwort „Schulwesen“, in: Brunhart (Projektleiter), Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein, Bd. 2, Vaduz 2013, S. 860–862

Burmeister, Karl Heinz, Stichwort „Schwabenkinder“, in: Brunhart (Projektleiter), Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein, Bd. 2, Vaduz 2013, S. 865

Ehrenzeller, Bernhard, Das Elternrecht auf religiöse Erziehung der Kinder im Spannungsfeld von staatlichem Bildungsauftrag und Kindeswohl am Beispiel des Sexualkundeunterrichts, in: Liechtenstein-Institut (Hrsg.), Beiträge zum liechtensteinischen Recht aus nationaler und internationaler Perspektive. Festschrift zum 70. Geburtstag von Herbert Wille, LPS 54, Schaan 2014, S. 201–221

Fürstentum Liechtenstein, Eine Dokumentation: das liechtensteinische Bildungswesen, 2. Aufl., Vaduz 2002

Geiger, Peter, Geschichte des Fürstentums Liechtenstein 1848–1866, Jahrbuch des historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 70, Vaduz 1970, S. 6–418

Grabenwarter, Christoph/Pabel, Katharina, Europäische Menschenrechtskonvention. Ein Studienbuch, 6. Aufl., München/Basel/Wien 2016

Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein (Hrsg.), Krieg, Souveränität und Demokratisierung. Dokumente zur liechtensteinischen Geschichte zwischen 1900 und 1930, Schaan 2015

Hoch, Hilmar, Meinungsfreiheit, in: Kley/Vallender (Hrsg.), Grundrechtspraxis in Liechtenstein, LPS 52, Schaan 2012, S. 195–214

In der Maur, Carl von, Der Rechenschaftsbericht des Landesverwesers Carl von in der Maur über die Verwaltungsperiode 1884 bis 1890, herausgegeben von Paul Vogt, Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 88, Vaduz 1990, S. 37–80

Mäder, Eduard, Stichwort „Gutenberg (Lyzeum, Bildungshaus)“, in: Brunhart (Projektleiter), Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein, Bd. 1, Vaduz 2013, S. 321–322

Malin, Georg, Die politische Geschichte des Fürstentums Liechtenstein in den Jahren 1800–1815, Jahrbuch des historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 53, Vaduz 1953, S. 5–178

Martin, Graham, Das Bildungswesen des Fürstentums Liechtenstein. Nationale und internationale Elemente im Bildungssystem eines europäischen Kleinstaates, Aarau und Zürich 1984

Marxer, Johann Georg, Unsere Volksschule seit Schuppler, Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 29, Vaduz 1929, S. 139–146

Marxer, Wilfried, Forschung und Lehre im Kleinstaat – Eine Perspektive, in: Banzer/Quaderer (Hrsg.), Was wäre Bildung? Festschrift für Klaus Näscher, Vaduz 2016, S. 163–181

Marxer, Wilfried, Forschungsförderung in Liechtenstein, in: Liechtenstein-Institut/Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein/Kunstmuseum Liechtenstein (Hrsg.), „Wer Bescheid weiss, ist bescheiden“. Festschrift zum 90. Geburtstag von Georg Malin, LPS 58, Bendern 2016, S. 173–188

Näscher, Franz, Stichwort „Barmherzige Schwestern des heiligen Vinzenz von Paul in Zams“, in: Brunhart (Projektleiter), Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein, Bd. 1, Vaduz 2013, S. 68

Näscher, Franz, Stichwort „Maristen-Schulbrüder (FMS)“, in: Brunhart (Projektleiter), Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein, Bd. 2, Vaduz 2013, S. 582

Quaderer, Rupert, Politische Geschichte des Fürstentums Liechtenstein von 1815 bis 1848, Jahrbuch des historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 69, Vaduz 1969, S. 5–241

Quaderer-Vogt, Rupert, Bewegte Zeiten in Liechtenstein 1914 bis 1926, Bd. 1–3, Vaduz 2014

Regierung des Fürstentums Liechtenstein, Rechenschaftsbericht der Regierung 2018, Vaduz 2019, abrufbar unter: https://www.llv.li/files/srk/rb18_gesamtbericht.pdf

Schädler, Robin, Sind die momentanen und zukünftigen rechtlichen Privilegien der römisch-katholischen Kirche in Liechtenstein kompatibel mit der EMRK?, LJZ 2012, S. 136–155

Schmahl, Stefanie, Kinderrechtskonvention mit Zusatzprotokollen. Handkommentar, 2. Aufl., Baden-Baden 2017

Schulamt des Fürstentums Liechtenstein, Bericht betreffend die Dauer der Primarschule in Liechtenstein, Vaduz, 29. Juni 2017, Autor: Robert Büchel-Thalmeier, abrufbar unter: https://www.llv.li/files/sa/dauer-der-primarschule-bericht.pdf

Schulamt des Fürstentums Liechtenstein, Grafik „Aufbau des liechtensteinischen Bildungswesens“, abrufbar unter: https://www.llv.li/files/sa/4000%20Grafik%20Aufbau%20Bildungswesen%20deutsch%20140411.pdf

Schulamt des Fürstentums Liechtenstein, Lehrplan für das Fürstentum Liechtenstein, 2. Auflage, Vaduz 2005, abrufbar unter: https://www.llv.li/files/sa/pdf-llv-sa-lehrplan_fl_auflage_2_1306.pdf

Schulamt des Fürstentums Liechtenstein, Liechtensteiner Lehrplan (LiLe) basierend auf dem Lehrplan 21. Von der Regierung erlassen und genehmigt im Dezember 2018, abrufbar unter: https://fl.lehrplan.ch/index.php

Seeger, Erich, Bestand und Bedeutung der Grundrechte im Bildungsbereich in Liechtenstein, EuGRZ 1981, S. 656–658

Sochin, Martina, «Du Mägdlein höre!». Das Höhere Töchterinstitut St. Elisabeth 1935-1994, Religion – Politik – Gesellschaft in der Schweiz Band 48, Fribourg 2007

Sochin D’Elia, Martina, Stichwort „Sankt_Elisabeth_(Schule)“, in: Brunhart (Projektleiter), Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein, Bd. 2, Vaduz 2013, S. 803

Sochin D’Elia, Martina, Zur Matura ins Ausland – Liechtensteins langer Weg zu höherer Schulbildung, in: Liechtenstein-Institut/Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein/Kunstmuseum Liechtenstein (Hrsg.), „Wer Bescheid weiss, ist bescheiden“, Festschrift zum 90. Geburtstag von Georg Malin, LPS 58, Bendern 2016, S. 387–400

Vogt-Frommelt, Rita, Stichwort „Frommelt, Anton“, in: Brunhart (Projektleiter), Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein, Bd. 1, Vaduz 2013, S. 253–254

Wiest, Stephan, Oberlehrer Anton Hinger aus Hohenzollern – ein Organisator und Förderer des Schulwesens im Fürstentum Liechtenstein 1857-1895, Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 83, Vaduz 1983, S. 151–196

Wille, Herbert, Die Bekenntnisfreiheit im Verfassungsrecht des Fürstentums Liechtenstein, EuGRZ 1999, S. 543–550

Wille, Herbert, Staat und Kirche im Fürstentum Liechtenstein, Freiburger Veröffentlichungen auf dem Gebiete von Kirche und Staat, Bd. 15, Fribourg 1972

I. Entwicklung des Bildungswesens in Liechtenstein

A. 1805 bis 1859

Die allgemeine Schulpflicht (unter Bezahlung eines Schulgeldes durch die Eltern) für Kinder vom 6. bis vollendeten 13. Altersjahr wurde in Liechtenstein mit der Hofkanzleiverordnung vom 18. September 1805 eingeführt. Die Hofkanzleiverordnung sah einen Lehrer pro Gemeinde vor. Seine Einstellung und Entlassung sollte „nicht der Willkühr der Ortsvorgesetzten überlassen, sondern mit Einstimmung des Ortspfarrherren und der Landesobrigkeit geschehen.“[1] Die Besoldung der Lehrer erfolgte mittels neu errichteter Schulfonds der Gemeinden. Ab 1812 wurden diese durch einen Landesschulfonds unterstützt.[2] Die Dienstinstruktionen vom 7. Oktober 1808 nahmen nicht auf die Schulpflicht Bezug, forderten in 5tens jedoch die „Familienhäupter“ dazu auf „die Söhne zur Erlernung der nothwendigsten Professionen“ zu „widmen“. In der Landständischen Verfassung von 1818 waren Schule und Bildung kein Thema. Dass die Erwartungen an die Grundschule von Seiten der Obrigkeit bescheiden waren, zeigt § 1 des Schulplanes vom 31. Juli 1822:

"Da das Fürstenthum Liechtenstein meistens nur aus solchen Bewohnern besteht, welche ihren Unterhalt blos durch Anstrengung ihrer physischen Kräfte, sofort durch Hervorbringung oder Bearbeitung oder den ersten Umsatz der Naturprodukte erwerben, so muss auch ihre Bildung nach ihrem Bedürfnisse eingerichtet, mithin der Schulunterricht lediglich auf die nothwendigen Kenntnisse eines Landmanns eingeschränkt werden.“[3]

Dazu kam, dass viele Kinder wegen der wirtschaftlichen Not ihrer Eltern den Unterricht nicht regelmässig besuchen konnten.[4] Der Schulplan von 1822 setzte in §§ 22 f. den lokalen Geistlichen als Schulinspektor ein. Den für das ganze Land zuständigen, dem Oberamt verantwortlichen Schulinspektor wählten die Geistlichen. Er fungierte als „bleibender Stellvertreter“ der oberen Schulbehörde, die sich vornehmlich aus den lokalen Schulinspektoren zusammensetzte (§§ 24 f. Schulplan[5]). Das Schulgesetz vom 5. Oktober 1827 bestätigte die Aufsicht durch die Geistlichkeit und erhöhte die Anforderungen an die Lehrer, indem es eine Prüfung in Österreich oder Liechtenstein verlangte.[6] Die Gemeinden kamen ihren Pflichten bezüglich Schulhausbauten nicht zuletzt wegen Geldnot nicht nach.[7] Die Barmherzigen Schwestern des heiligen Vinzenz von Paul in Zams waren seit 1846 in Liechtenstein an der Volksschule tätig, zuerst in Vaduz (1846–1976)[8] , dann auch in Schaan (1853–1968), Balzers (1868–1979), Triesenberg (1871–1951), Eschen (1872–1952), Triesen (1872–1970), Planken (1882–1887), Mauren (1888–1954) und im 20. Jahrhundert auch in Ruggell (1926–1976). Sie führten in der Regel Mädchenklassen und waren nach der Errichtung des ersten Kindergartens im Jahr 1881 oft auch in den Kindergärten tätig.[9] Der Verfassungsentwurf von Peter Kaiser vom März 1848 wollte die Aufsicht über das Erziehungswesen recht ausführlich regeln. Er sah einen fünfköpfigen Schulrat vor, der durch den Landrat gewählt und durch den Fürsten bestätigt wird. Folglich wären nicht mehr sämtliche Mitglieder Priester gewesen. Die Lehrer wären auf Vorschlag des Schulrates durch die Gemeinden gewählt und vom Fürsten bestätigt worden. Weniger detailliert waren die Zusicherungen von Fürst Alois in seinem Versprechen vom 7. April 1848 zum Erlass einer konstitutionellen Verfassung:[10]

"Was im Schul- und Erziehungsfache Noth thut, wird in Verbindung mit einem Landtagsausschusse reiflicher Berathung unterzogen werden, und da ich die Wichtigkeit dieses Gegenstandes vollkommen würdige, sichere ich diesfalls mein thätiges Einwirken zu."

Der Verfassungsentwurf des Verfassungsrates vom 1. Oktober 1848 sprach sich in § 25 VV für die Einrichtung einer „höheren Bürger- und Realschule“ aus. Er sah in § 86 einen aus weltlichen und geistlichen Mitgliedern zusammengesetzten Landesschulrat vor, der vom Landrat hätte gewählt werden sollen. Diesem Letzteren wäre denn auch die „Aufsicht über alle Unterrichtsanstalten“ zugekommen.

B. Das Schulgesetz von 1859

Das Schulgesetz vom 8. Februar 1859[11] führte neue Bezeichnungen ein. Es blieb jedoch dabei, dass der Pfarreigeistliche als Lokalschulinspektor die Aufsicht vornahm (zusammen mit dem Ortsvorsteher und dem Säckelmeister) und ein Geistlicher als Schulkommissär die Aufsicht über sämtliche Volksschulen führte (§§ 1-4). Religion wurde denn auch im Schulgesetz von 1859 als erster Unterrichtsgegenstand genannt. Gleichwohl führte dieses neue Gesetz „zu einem qualitativen Aufschwung des Schulwesens“, weil die Schulpflicht auf acht Jahre verlängert wurde und die Fächer Geschichte, Geografie, Landwirtschaft sowie Zeichnen und Gesang eingeführt wurden.[12] Das Schulgesetz untersagte es ausdrücklich (§ 30), Kinder vom Unterricht fernzuhalten, um sie für Feldarbeit oder für das Viehhüten einzusetzen.[13] Dass Mädchen und Knaben in verschiedenen Fächern getrennt unterrichtet wurden, geht aus dem Gesetz nur indirekt hervor. § 16 verpflichtete nämlich zur Errichtung einer „Industrieschule“, in welcher die Mädchen Unterricht im Stricken, Nähen und Flicken erhalten, während die Knaben in der „Gemeindebaumschule“ „praktische Anweisung in der Obstbaumzucht“ erhalten. Auch die nach dem Schulaustritt bis zum 18. Lebensjahr zu besuchende „Sonn- und Feiertagsschule“ wurde getrennt geführt (§ 26). Der 90 Minuten dauernde Unterricht sollte v.a. die männliche Jugend zur „Geschäftstüchtigkeit“ bringen. Auf die Schulschwestern (konkret: die Barmherzigen Schwestern des heiligen Vinzenz von Paul in Zams) fanden die Bestimmungen des Gesetzes über die Lehrer nur subsidiär Anwendung (§ 68).[14] Auch das Gesetz von 1878 zeigte klar auf (§ 7), dass für die Schulschwestern nicht dieselben Regeln galten wie für die Lehrer.[15] Die Unterscheidung in Lehrer, Lehrpersonen, die einer Kongregation angehören, und „Lehrpersonen für nicht obligate Lehrfächer und Lehrerinnen für weibliche Handarbeiten“ wurde auch im Gesetz von 1900 fortgesetzt.[16] Immer wieder hatten Private[17] durch Schenkungen die Gründung von Schulen ermöglicht: 1858 war in Vaduz die Landeshauptschule als höhere Bildungsanstalt geschaffen worden. Sie sollte als Modell-Schule dienen, weshalb denn auch mit Anton Hinger aus dem Fürstentum Hohenzollern ein qualifizierter und motivierter Lehrer eingestellt wurde.[18] Die Landeshauptschule stand ab 1870 auch den Mädchen offen.[19] Die 1906 in Eschen errichtete Sekundarschule verfolgte ähnliche Unterrichtsziele.[20] Ab 1873 führten die Schwestern der christlichen Liebe auf Gutenberg in Balzers eine höhere Töchterschule. Nach dem Ersten Weltkrieg waren sie gezwungen, den Schulbetrieb einzustellen.[21]

C. Die Konstitutionelle Verfassung von 1862 und die Änderungen des Schulgesetzes in den Jahren 1864, 1869 und 1878

Die Konstitutionelle Verfassung von 1862 äusserte sich lediglich zur Finanzierung des Schulwesens. Einerseits unterstellte sie die für die Schulen geäufneten Sondervermögen einem besonderen Schutz (§§ 51-53 KonV), andererseits machte sie das Land für die Finanzierung der Schulen und Lehrerlöhne verantwortlich. § 54 KonV lautete: „Für die nöthigen Unterrichtsanstalten, insbesondere die Volksschulen, Real- und Gewerbeschulen, dann die Heranbildung und den Unterhalt der Lehrer soll zweckmässig gesorgt und diese Sorge der besonderen Aufmerksamkeit der gesammten Landesvertretung empfohlen werden.“ Dass die materielle Unterstützung der Schulen bis dahin auch eine Aufgabe der Gemeinden gewesen war, geht aus der Konstitutionellen Verfassung nicht hervor. Mit dem Gesetz vom 20. Oktober 1864 über die Einführung eines Schulrats als Lokalschulbehörde (LGBl. 1864 Nr. 7/3) wurde das Schulgesetz von 1859 abgeändert. Zwar amtete der Ortspfarrer weiterhin ex officio als Lokalschulinspektor. Neu wurde der aus ihm, dem Ortsvorsteher und dem Säckelmeister bestehende Schulrat der Gemeinde mit zwei weiteren gewählten Schulräten ergänzt. 1869 wurde dann der Landesschulrat neu konzipiert.[22] Er setzte sich fortan aus vier vom Landtag gewählten Mitgliedern (wobei eines dem Landesklerus und eines dem Lehrerstand angehören musste) und dem Landesverweser zusammen. Diesem kam der Vorsitz zu. Der Landesschulrat bestellte einen Landesschulkommissär. Der Religionsunterricht war von der Aufsicht durch den Landesschulrat ausgeschlossen. 1878 ging die Pflicht zur Besoldung der Lehrer auf das Land über.[23] Die Gemeinden waren jedoch weiterhin zur Erbringung von Naturalleistungen verpflichtet. Es herrschte während Jahrzehnten Lehrermangel, der nur durch das Wirken der Ordensfrauen gelindert werden konnte.[24]

D. Die Situation unmittelbar vor und nach Erlass der Verfassung von 1921

1. Unübersichtliche Lage bis zum Erlass des Schulgesetzes von 1929

Vor und nach der Jahrhundertwende wurden die gesetzlichen Grundlagen für die Lehrerbesoldung und generell für die Rechte und Pflichten der Lehrer immer wieder geändert. Ebenso wurden immer wieder (zuletzt vor dem Erlass der Verfassung mit LGBl. 1919 Nr. 8 und erstmals nach Erlass der Verfassung mit LGBl. 1924 Nr. 18) Schulordnungen erlassen. Bei diesen handelt es sich um das Disziplinarrecht der Schülerinnen und Schüler,[25] nicht um den Fächerkanon der verschiedenen Schultypen. Lehrpläne wurden – vor und nach Erlass der Verfassung – mittels Kundmachungen in Kraft gesetzt und geändert.[26] Für die Ausgestaltung der Schulbehörden (Landes- und Gemeindeschulbehörde) galten hingegen weiterhin die in LGBl. 1864 Nr. 7/3 und LGBl. 1869 Nr. 2 getroffenen Regeln. Damit zeigte sich das liechtensteinische Schulrecht recht unübersichtlich. Zum Beispiel waren zwischen 1881 und 1912 die ersten Kindergärten in Schaan (1881), Balzers (1887), Vaduz (1894), Triesen (1895) und Mauren (1912) gegründet worden.[27] Einer gesetzlichen Regelung zugeführt wurden sie jedoch erstmals im Schulgesetz von 1929. Betreut wurden die Kinder von Ordensfrauen.[28] Unübersehbar war der grosse Einfluss des Ortspfarrer auf die Elementarschulen der Gemeinden und generell der Geistlichen auf die Schulaufsicht und die Lehrer, die häufig zugleich als Organist wirkten. Der katholische Religionsunterricht und Gottesdienstbesuche waren in den Schulalltag integriert. Die Schulordnung vom 21. November 1924 für die Elementarschulen des Fürstentums Liechtenstein[29] verpflichtete zum regelmässigen Gottesdienstbesuch.

2. Schulgesetz von 1929

Erst im Schulgesetz vom 9. November 1929[30] fand sich eine aktualisierte Regelung der für die Schulen wichtigen Themen Behörden (Landes- und Gemeindeschulrat), Aufgaben der verschiedenen Unterrichtsanstalten, Verankerung der allgemeinen Schulpflicht, Inhalt und Umfang des Unterrichts an den öffentlichen Einrichtungen, Voraussetzungen für den Privatunterricht, Rechte und Pflichten der Lehrpersonen. Das Gesetz lehnte sich in vielen Punkten an die bereits bestehenden Regelungen an und festigte den Einfluss der katholischen Kirche.[31] Für das Verhältnis zwischen Staat und Kirche brachte das Gesetz – obwohl die Verfassung von 1921 in Art. 16 Abs. 1 LV allein dem Staat die Leitung der Schule zuwies[32] – keine Änderung. Die Kirche konnte ihren Einfluss dank der Einbindung der Geistlichen in die Behörden behalten.[33] Die Zusammensetzung des Landesschulrates (Art. 3) glich derjenigen des Schulgesetzes von 1869: Den Vorsitz hatte der Regierungschef inne, die übrigen vier Mitglieder und zwei Ersatzmänner waren durch den Landtag zu wählen, wobei je ein Mitglied aus der Landesgeistlichkeit stammte und eines auf Vorschlag der Lehrerkonferenz aus der Lehrerschaft gewählt wurde. Unterstützt wurde der Landesschulrat durch den „Schulkommissär, der in der Regel aus der Landesgeistlichkeit genommen wird“ (Art. 14). Dem Landesschulrat oblag nicht nur die Aufsicht, sondern auch die Ausarbeitung und Begutachtung aller auf das Schulwesen bezugnehmenden Gesetzentwürfe und Verordnungen und deren Vorlage an den Landtag. Auch auf kommunaler Ebene kam den Vertretern der katholischen Kirche eine bestimmende Rolle zu, hatte doch der Gemeindepfarrer weiterhin von Amtes wegen den Vorsitz im Gemeindeschulrat (Art. 23). Art. 35 lautete: „Der Unterricht umfasst im Lande folgende Unterrichtsanstalten: 1. Kindergarten, 2. Volksschule, 3. Höhere Unterrichtsanstalten, 4. Freie Unterrichtskurse, 5. Privatunterricht.“ Die Gemeinden waren zum Führen eines Kindergartens verpflichtet (Art. 40). Sein Besuch war frei und unentgeltlich (Art. 38). Die Volksschule umfasste (Art. 43) die Alltagsschule[34] (8 Schuljahre), die Fortbildungsschule (während zweier Jahre jeweils am Samstag Nachmittag im Winter, sofern die oder der Jugendliche keine höhere Schule besuchte, bis zum 16. Altersjahr)[35] , und die Christenlehre (für die katholischen Jugendlichen bis zum 17. Altersjahr). Die Volksschule war für alle unentgeltlich. Gänzlich in die Kompetenz des Landes fielen die höheren Unterrichtsanstalten (Art. 79 ff.). Alle Lehrer, auch die der Volksschule, wurden vom Landesschulrat angestellt (Art. 103). Den Gemeinden kamen diesbezüglich keine Kompetenzen zu. „Freie Unterrichtskurse“ nennt das Gesetz in Art. 86 „nach Umständen errichtete, nicht beständige öffentliche Unterrichtseinrichtungen, die über Zweck und Grenzen der Volksschule hinaus eine weitere berufliche oder hauswirtschaftliche Ausbildung zu vermitteln haben.“ Ihr Besuch war freiwillig, aber nicht kostenlos (Art. 90). Ebenfalls geregelt wurde im Gesetz (Art. 96-102) der „Privatunterricht“, wobei klar wird, dass es sich dabei um „Einzelunterricht oder gemeinschaftlichen Unterricht in privaten Unterrichtsanstalten“ handeln konnte. Er durfte nur durch Lehrkräfte erteilt werden, die vom Landesschulrat genehmigt worden waren. Der Einzelunterricht bedurfte der Bewilligung des Landesschulrates. Jährlich musste über den „Fortgang im Unterricht“ berichtet werden (Art. 98), während der „gemeinsame Unterricht in privaten Unterrichtsanstalten“ der unmittelbaren Aufsicht des Landesschulrates unterstand.

3. Die grosse Bedeutung der Schulschwestern und Schulbrüder

Bereits 1920 hatte die liechtensteinische Regierung der Schwesternkongregation Anbeterinnen des Blutes Christi die Niederlassung auf Gutenberg in Balzers bewilligt, wo sie nicht nur in der Krankenpflege tätig war, sondern auch eine Haushaltungsschule errichtete.[36] Schon von 1873 bis 1918 war im Haus Gutenberg ein privates Töchterinstitut geführt worden.[37] Nachdem die Anbeterinnen des Blutes Christi das Kloster Sankt Elisabeth in den 1930er-Jahren in Schaan errichtet hatten, eröffneten sie 1942 ein Mädchengymnasium im Kloster. Mangels Interesse musste es 1946 wieder geschlossen werden.[38] Die bereits zuvor geführte Haushaltungsschule wurde hingegen weitergeführt, und es wurde eine „Höhere Töchterschule“ (Institut St. Elisabeth) eingerichtet.[39] Wie im Liechtensteinischen Gymnasium musste auch am Institut St. Elisabeth ab 1969 die in Liechtenstein wohnhaften Schülerinnen kein Schulgeld mehr bezahlen.[40] Das Institut wurde 1974 eine Realschule mit Öffentlichkeitsrecht, blieb aber in der Trägerschaft der Schwestern. 1989 kündigten sie die Trägerschaft, führten die Schule aber noch bis ins Schuljahr 1994/95 weiter.[41] Erst danach wurde sie zu einer gemischtgeschlechtlichen staatlichen Realschule.[42] Das Land hatte sich bereits in den 1950er- und 1960er-Jahren an den Kosten für Bautätigkeiten beteiligt,[43] wie es auch das Knabengymnasium der Maristen-Schulbrüder unterstützte. Insofern konnte nicht strikt zwischen öffentlichen und privaten Schulen unterschieden werden.[44] Als die Verfassung von 1921 ausgearbeitet wurde, waren die Maristen-Schulbrüder noch nicht in Liechtenstein aktiv. Sie kamen erst in den 1930er-Jahren nach ihrer Vertreibung durch die Nationalsozialisten aus Bayern hierher und gründeten 1937 in Vaduz das Knaben vorbehaltene Gymnasium „Collegium Marianum“, wo 1943 die ersten Maturitätszeugnisse übergeben werden konnten.[45] Zuvor existiere lediglich die so genannte Landesschule in Vaduz.[46] In dieser bereiteten sich Knaben und Mädchen auf den Eintritt in weiterführende Schulen in Österreich und später auch in der Schweiz vor. 1953 bis 1959 wurde die Schule der Maristen-Schulbrüder nicht als Gymnasium geführt. Ab 1962 wurde jedoch das Ablegen der Matura für Knaben wiederum möglich.[47] Auf das Schuljahr 1968/1969 hin wurden – auf Druck des Landtags, der Gelder für den Neubau des Gymnasiums bereitgestellt hatte – auch die Mädchen zum Gymnasium zugelassen.[48] Ein Jahr später entfiel für die in Liechtenstein lebenden Schülerinnen und Schüler die Pflicht, Schulgeld zu entrichten.[49] 1981 übernahm der Staat die Trägerschaft und Leitung des Liechtensteinischen Gymnasiums. 1991 kehrten die Maristen-Schulbrüder nach Deutschland zurück.[50]

II. Entstehungsgeschichte von Art. 15 bis 17 LV

A. Die verschiedenen Verfassungsentwürfe

Der 1920 veröffentlichte Verfassungsentwurf von Wilhelm Beck enthielt drei Artikel über die Schule:

"Art. 5 Abs. 1 Die Aufsicht, Leitung und Hebung des öffentlichen Unterrichtes ist Sache des Landes.[51]
Abs. 2 Der Staat sorgt für genügenden, obligatorischen, öffentlichen Unterricht unter seiner Leitung.
Abs. 3 Der Religionsunterricht wird durch die kirchlichen Organe erteilt.
Abs. 4 Die Freiheit des Privatunterrichtes ist unter Vorbehalt gesetzlicher Bestimmungen gewährleistet.[52]
Abs. 5 Die oberste Leitung des Erziehungs- und Unterrichtswesens ist dem Landesschulrate, dessen Wahlort, Organisation und Aufgaben durch das Gesetz bestimmt sind, übertragen.
Art. 6 Abs. 1 Das Land unterstützt das Bildungswesen, sorgt für Beschulung von Kindern, die wegen körperlicher oder geistiger Gebrechen die Volksschule nicht besuchen können und leistet hiefür geeignete Beihilfen.
Abs. 2 Es beteiligt sich an der Sorge für die Erziehung verwahrloster Kinder, sorgt für die Erziehung jugendlicher Verbrecher und beteiligt sich allenfalls an Besserungsanstalten.
Art. 7 Abs. 1 Der Staat unterstützt und fördert das Fortbildungs- und Realschulwesen.
Abs. 2 Er unterstützt und fördert das hauswirtschaftliche, landwirtschaftliche und gewerbliche Unterrichts- und Bildungswesen.
Abs. 3 Um den Besuch von höheren Schulen durch weniger bemittelte, aber intelligente Schüler zu erleichtern, werden angemessene Stipendien erteilt."

Während von den ersten beiden Artikeln nur einzelne Aspekte Eingang in den definitiven Text fanden, wurde Art. 7 Verfassungsentwurf Beck abgesehen von inhaltlich nicht relevanten Umformulierungen bezüglich der Stipendien zu Art. 17 LV. Für die Pflicht zur Ausrichtung von Stipendien fand sich eine Vorlage in der Verfassung des Kantons St. Gallen von 1890.[53] Das Land hatte schon vor dem Erlass der neuen Verfassung Stipendien ausgerichtet.[54] Auch die von Wilhelm Beck in Art. 6 vorgesehenen Massnahmen für Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen orientierte sich an der St. Galler Verfassung.[55] Auch vom Verfassungsentwurf des Prinzen Karl wurden verschiedene Textstücke zum Verfassungstext. § 23 und § 83 seines Entwurfs hatten gelautet:

§ 23 "Für die Bildung der Jugend ist durch öffentliche Anstalten zu sorgen. Bei ihrer Einrichtung sollen Familie und Kirche, Land und Gemeinden zusammenwirken. Es besteht allgemeine Schulpflicht. Der Unterricht in den Volksschulen und Fortbildungsschulen ist unentgeltlich. In allen Schulen ist religiös-sittliche Bildung, vaterländische Gesinnung und berufliche Tüchtigkeit zu erstreben." § 83 "Abs. 1 Der Landesschulrat ist mit der Leitung des Schulwesens im Fürstentume betraut. Abs. 2 Seine Zusammensetzung und sein Wirkungskreis bestimmt das Gesetz vom ..."

§ 23 zweiter Satz Verfassungsentwurf Prinz Karl über die allgemeine Schulpflicht wurde zu Art. 16 Abs. 2 LV. Die Formulierung „religiös-sittliche Bildung, vaterländische Gesinnung und berufliche Tüchtigkeit“ findet sich in Art. 15 LV wieder. Ebenso nimmt Art. 15 LV den Gedanken des Zusammenwirkens auf. Während es bei Prinz Karl „Familie, Kirche, Land und Gemeinden“ sind, die bei der Errichtung der Schulen zusammenwirken sollen, sind es in der definitiv verabschiedeten Version von Art. 15 LV „Familie, Schule und Kirche“, die gemeinsam darauf hinwirken, dass die Jugend die gewünschte Bildung erhält.

B. Die Schlossabmachungen und die Regierungsvorlage

In den Schlossabmachungen vom 11. September 1920 wurde die bereits von Wilhelm Beck erwähnte Fortbildung aufgegriffen und die Förderung des Unterrichts- und Erziehungswesens erwähnt. Im Übrigen brauchte es keine detaillierten Ausführungen zur Schule, war es doch selbstverständlich, dass die neue Verfassung, welche Staatsaufgaben aufzählen sollte, Vorgaben für das Schulwesen enthalten musste. Ziff. 8 der Schlossabmachungen lautete:

"Die Staatsaufgaben sind in der Verfassung mit besonderer Bedachtnahme auf die Beförderung der gesammten Volkswohlfahrt und die Schaffung von Gesetzen zum Schutze der religiösen, sittlichen und wirtschaftlichen Interessen des Volkes, zur Förderung des Unterrichts-, Erziehungs- und Pflegewesens mit spezieller Berücksichtigung der haus- und landwirtschaftlichen sowie der gewerblichen Fortbildung tunlichst eingehend zu umschreiben."

Der Verfassungsentwurf von Regierungschef Josef Peer (1. und 2. Fassung) lautete wie folgt:

"§ 15 Der Staat wendet seine besondere Sorgfalt dem Erziehungs- und Bildungswesen zu. Dieses ist so einzurichten und zu verwalten, dass aus dem Zusammenwirken von Familie, Schule und Kirche der heranwachsenden Jugend eine religiös-sittliche Bildung, vaterländische Gesinnung und künftige berufliche Tüchtigkeit zu eigen wird.

§ 16 Abs. 1 Das gesamte Erziehungs- und Unterrichtswesen steht unter staatlicher Aufsicht.
Abs. 2 Es besteht allgemeine Schulpflicht.
Abs. 3 Der Staat sorgt dafür, dass der obligatorische Unterricht in den Elementarfächern in genügendem Ausmass in öffentlichen Schulen unentgeltlich erteilt wird.
Abs. 4 Der Religionsunterricht wird durch die kirchlichen Organe erteilt.
Abs. 5 Niemand darf die unter seiner Aufsicht stehende Jugend ohne den für die öffentlichen Elementarschulen vorgeschriebenen Grad von Unterricht lassen.[56]
Abs. 6 Der Besuch der Fortbildungsschule kann als obligatorisch erklärt werden.
Abs. 7 Der Staat übt die ihm zustehende oberste Leitung des Erziehungs- und Unterrichtswesens durch den Landesschulrat aus, dessen Organisation und Aufgaben durch das Gesetz bestimmt werden.
Abs. 8 Der Privatunterricht ist zulässig, soferne er den gesetzlichen Bestimmungen über die Schulzeit, die Lehrziele und die Einrichtungen in den öffentlichen Schulen entspricht.

§ 17 Abs. 1 Der Staat unterstützt und fördert das Fortbildungs- und Realschulwesen, sowie das hauswirtschaftliche, landwirtschaftliche und gewerbliche Unterrichts- und Bildungswesen.
Abs. 2 Er wird unbemittelten, gut veranlagten Schülern den Besuch höherer Schulen durch Gewährung von angemessenen Stipendien erleichtern.

§ 78[57] Die gesamte Landesverwaltung, mit Ausnahme der Schulangelegenheiten, wird von der dem Landesfürsten und dem Landtage verantwortlichen Kollegialregierung in Gemässheit der Bestimmungen dieser Verfassung und der übrigen Gesetze ausgeübt.

§ 85 Erster Satz[58] Der Landammann ist der Chef der Regierung und des Landesschulrates."

Die Änderung in § 85 (von „Landamman“ auf „Regierungschef“) geht auf die Verfassungskommission zurück.[59] Ansonsten gab die Ordnung des Schulwesens in der Verfassungskommission – abgesehen von den vom damaligen Churer Bischof gewünschten Änderungen in § 16 RV – offenbar zu keinen Diskussionen Anlass.

C. Die Auseinandersetzung mit dem Churer Bischof

Die Ergänzung von § 16 Abs. 1 RV um die Formulierung „unbeschadet der Unantastbarkeit der kirchlichen Lehre“ hatte der Landtag vorgenommen, um den Anliegen des Bischofs des Bistums Chur entgegenzukommen. Im Protokoll der Landtagssitzung vom 24. August 1921 wird hierzu ausgeführt:

Der Artikel 16 erhält im ersten Absatz folgende Fassung: "Das gesamte Erziehungs- und Unterrichtswesen steht, unbeschadet der Unantastbarkeit der kirchlichen Lehre, unter staatlicher Aufsicht." Professor Dr. Nipp bemerkt dazu: Dieser Absatz habe des Friedens halber diese Fassung bekommen. Nach genauer Erkundigung und langer Überlegung könne er mit bestem Wissen und Gewissen mit dieser Fassung einverstanden sein. Artikel 16 wird hierauf in dieser Form einstimmig angenommen.[60]

Regierungschef Josef Ospelt ergänzte die Aussage aus dem Protokoll der Landtagssitzung am 10. September 1921 wie folgt:

«Der in Absatz 1 des Art. 16 gemachte Einsatz "unbeschadet der Unantastbarkeit der kirchlichen Lehre" soll einen Ersatz dafür bieten, dass die bezüglich dieses Artikels vom Hochwürdigsten Herrn Bischof von Chur [Georg Schmid von Grüneck] gewünschten Änderungen nicht angenommen wurden. Diese vom Bischofe gewünschten Änderungen hätten im Folgenden bestanden: zu Absatz 1 den Beisatz "und soll in katholischem und vaterländischem Geiste gehalten sein"; zu Absatz 4 den Einsatz nach Organe "nach den Weisungen der kirchlichen Behörde"; zu Absatz 7 Streichung des Wortes "oberste".»[61]

Der Churer Bischof Georg Schmid von Grüneck hatte im Sommer 1921 verschiedene Anregungen eingebracht und seine Meinung in Gesprächen mit Vertretern des Landes und des Fürsten vertreten, um die Stellung der römisch-katholischen Kirche zu stärken.[62] In einem Schreiben vom 17. August 1921 hatte er verlangt:

«Für den § 16 machen wir folgenden Vorschlag: "Das öffentliche Erziehungs- und Unterrichtswesen, der Religionsunterricht ausgenommen, steht unter staatlicher Aufsicht und soll in katholischem und vaterländischem Geiste gehalten sein." Das wäre das erste Alinea; in Alinea 7, erste Zeile fällt das Wort "oberste" aus. Die Begründung dieses Vorschlages ist klar ersichtlich; es ist doch einleuchtend, dass der Religionsunterricht nicht unter staatlicher Aufsicht stehen kann. Ferner geht das Wort "gesamt" – das gesamte Erziehungs- und Unterrichtswesen – zu weit, indem sowohl die Familienerziehung, als auch der Religionsunterricht darunter fallen würden. – Dementsprechend fällt auch das Wort "oberste" in Al. 7 weg; es genügt ja vollkommen zu sagen, dass der Staat die ihm zustehende Leitung des Erziehungs- und Unterrichtswesens durch den Landesschulrat ausübe. – Wir haben noch hinzugefügt, dass das Erziehungs- und Unterrichtswesen in katholischem und vaterländischem Geiste gehalten sein soll. Wir finden diesen Zusatz sehr wichtig und für einen katholischen Staat selbstverständlich; sowohl die kirchliche als die staatliche Behörde hat dadurch eine Handhabe, destructiven Tendenzen entgegenzutreten.»[63]

III. Die Verfassungsrevision von 1971 und die anschliessenden Gesetzesrevisionen

A. Streichung von Art. 16 Abs. 6 und 7 LV sowie Umformulierung von Art. 17 Abs. 1 LV

Mit LGBl. 1972 Nr. 8 wurden Art. 16 Abs. 6 und 7 LV (über die Fortbildungsschule und den Landesschulrat) aufgehoben und Art. 17 Abs. 1 umformuliert von „Der Staat unterstützt und fördert das Fortbildungs- und Realschulwesen sowie das hauswirtschaftliche, landwirtschaftliche und gewerbliche Unterrichts- und Bildungswesen.“ zu „Der Staat unterstützt und fördert das Unterrichts- und Bildungswesen.“ Die Verfassungsrevision von 1971 betraf somit die nach der obligatorischen Schule ansetzenden schulischen Angebote auf der einen und mit der gleichzeitig vorgenommenen Änderung von Art. 78 Abs. 1 LV und Art. 85 LV die Organisation der Aufsicht auf der anderen Seite. Während das gleichzeitig erlassene neue Schulgesetz von den Landtagsabgeordneten ausführlich diskutiert wurde, wurden die neuen Formulierungen von Art. 16, 78 und 85 LV unverändert vom Bericht und Antrag der Regierung betreffend die Schaffung eines neuen Schulgesetzes[64] übernommen. Einzig in § 6, der das Inkrafttreten der Änderungen regelte, war eine terminologische Anpassung nötig. Die angestrebten Änderungen wurden im Bericht und Antrag der Regierung nur sehr kurz[65] und im Bericht und Antrag der Landtagskommission vom 1. Dezember 1971 gar nicht erläutert.[66] Wie die Ablösung des Landesschulrates durch die Regierung und den neu geschaffenen, beratend tätigen Bildungsrat aussehen sollte, wurde von den Abgeordneten bei der Beratung des Schulgesetzes diskutiert.[67] Erklärt wurde im Bericht und Antrag, dass in den Gemeinden schon länger keine Fortbildungsschulen im Sinne der Verfassung von 1921 mehr geführt wurden und dass die Bezeichnung von Schularten in der Verfassung vermieden werden sollte. Gemäss dem neuen Schulkonzept sollte die oberste Leitung des Bildungs- und Erziehungswesens der Regierung übertragen werden. „Damit soll erreicht werden, dass nach dem Grundsatz des hierarchischen Aufbaus innerhalb der Verwaltung die Verantwortlichkeit für die Erledigung sämtlicher Verwaltungsgeschäfte bei einer Oberbehörde konzentriert sind.“[68] Zum Jahrzehnte langen starken Einfluss der katholischen Kirche im Landesschulrat fanden sich bei den Erläuterungen der neuen Verfassungsbestimmungen keine Hinweise.[69] Die Verfassung wurde seither im Bereich der Bildung nie mehr revidiert. Ebenso steht das gleichzeitig mit den neuen Verfassungsbestimmungen verabschiedete Schulgesetz immer noch in Kraft.

B. Die Totalrevision des Schulgesetzes von 1971

1. Abschaffung des Landesschulrates und Änderungen in der Behördenorganisation

Mit der Verfassungsrevision von 1971 wurde der Landesschulrat als eigenständiges, neben der Regierung bestehendes, aber durch den Vorsitz des Regierungschefs mit der Regierug verbundenes Organ[70] abgeschaftt und die Schulverwaltung in die sonstige Landesverwaltung integriert. Entsprechend konnte der Vorbehalt für die Schulangelegenheiten aus Art. 78 LV entfernt werden.[71] Die Kompetenzen des Landesschulrates kommen seit dem Erlass des Schulgesetzes von 1971 der Regierung (Art. 102 SchulG) respektive dem Schulamt (Art. 106 SchulG) zu.[72] Bis 2001 kannte Liechtenstein überdies auch einen Bildungsrat. Er war aus einem Mitglied der Regierung und acht weiteren Personen zusammengesetzt und hatte lediglich beratende Funktionen (siehe Art. 104 SchulG in der Version von 1971). Im Jahr 2001 wurde er ersatzlos abgeschafft.[73] Offenbar war er regelmässig bestellt worden, aber seit 15 Jahren inaktiv.[74] Nicht abgeschafft wurde 2001 demgegenüber der Schulrat. Er setzt sich aus dem Leiter des Schulamtes als Vorsitzendem und vier weiteren Mitgliedern zusammen (Art. 107 SchulG).[75] Ihm sind bestimmte, vom Gesetz abschliessend aufgezählte Aufgaben zugewiesen (Art. 108 SchulG). Änderungen gab es seit dem Erlass das Schulgesetzes auch im Gemeindeschulrat. In der Version von 1971 verlangte Art. 110 einen Gemeindeschulrat aus fünf Mitgliedern: Ein Vertreter des engeren Gemeinderates, ein Vertreter der Ortsgeistlichkeit und ein Vertreter der Lehrerschaft sowie eine Kindergärtnerin.[76] Seit der Revision durch LGBl. 2004 Nr. 5 setzt sich der Gemeindeschulrat aus fünf bis sieben Mitgliedern zusammen, wobei zusätzlich je ein Mitglied der Schul- und Kindergartenleitung beratende Stimme haben. Geistliche müssen keine mehr im Gemeindeschulrat sitzen,[77] wohl aber ein Mitglied des Gemeinderates. Die Regierung begründete diese gegen Stimmen der Betroffenen beschlossene Neuregelung damit, dass das Gesetz von 1971 die Wahlfreiheit des Gemeinderates zu stark eingeschränkt hatte und dass es nicht angehe, wenn die Lehrkräfte mit Stimmrecht im Aufsichtsgremium vertreten sind.[78]

2. Weitere Regelungen im Schulgesetz

Wichtige Ziele des Schulgesetzes von 1971 waren die Stärkung der Kindergärten und Angebote für schulisch schwache Jugendliche. Wenn im Bericht und Antrag der Regierung von 1971 ausgeführt wurde, dass nach der sechsten Klasse ca. ein Drittel der Schüler Privatschulen besucht, so waren dabei das von den Maristen-Schulbrüdern geführte Gymnasium und das Institut St. Elisabeth gemeint.[79] Grössere Änderungen erfuhren die Bestimmungen über die Privatschulen durch die Revision vom 15. Dezember 1999 (LGBl. 2000 Nr. 35). In diesem Zeitpunkt waren die „Formatio Tagesschule“, die „Liechtensteinische Waldorfschule“[80] und das „Heilpädagogische Zentrum“ (HPZ) als Privatschulen errichtet.[81] Das HPZ war 1973 dergestalt gegründet worden, dass die Regierung dem „Verein für Heilpädagogische Hilfe“ die Sonderschulung in verschiedenen Bereichen übertragen hatte.[82] Diskutiert wurde 1999 vor allem über die Grundlagen für die Subventionierung der privat geführten Schulen.[83] Das Schulgesetz weist der Regierung unter anderem die Kompetenz zu, den Lehrplan zu erlassen (Art. 8 SchulG), wobei gemäss Art. 8 Abs. 3 SchulG für den Religionsunterricht eine Sonderregelung gilt.[84] Die allgemeine Schulpflicht (Art. 74 SchulG) umfasst 9 Jahre (Art. 76 SchulG). Fünf davon werden in der Primarschule verbracht, vier in der Sekundarschule, die in Oberschule, Realschule und Gymnasium gegliedert ist. Die Gemeinden sind als Träger der Kindergärten zu deren Errichtung und Unterhalt verpflichtet (Art. 20 Abs. 1 SchulG), ebenso zur Errichtung und zum Unterhalt der Primarschulen (Art. 25 in Verbindung mit Art. 16 SchulG). Für die übrigen Schulen kommt das Land auf. Angestellt und besoldet werden die Lehrerinnen und Lehrer durch das Land, wobei vor der Anstellung der Schulleitungen für den Kindergarten und die Primarschule eine Stellungnahme des Gemeindeschulrates einzuholen ist (Art. 111 Abs. 2 lit. a SchulG).

IV. Allgemeine Bemerkungen zu Art. 15 bis 17 LV und zum aktuellen Stand des Bildungsrechts

A. Die in Art. 15, Art. 16 und Art. 17 LV verwendeten Begriffe

Bereits Wilhelm Beck verwendete die Begriffe „Erziehungs- und Unterrichtswesen“ sowie „Bildungswesen“. Prinz Karl sprach von „Bildung“. Angesichts dessen, dass die Art. 15 bis 17 LV immer zwei Begriffe zusammenhängen und dabei von „Erziehungs- und Bildungswesen“ über „Erziehungs- und Unterrichtswesen“ zum „Unterrichts- und Bildungswesen“ gelangen, ist davon auszugehen, dass Erziehung, Unterricht und Bildung in den Augen des Verfassungsgebers nicht trennscharf von einander abgegrenzt werden können. Wie in der Kommentierung zu Art. 17 LV ausgeführt, legt Art. 17 LV den Schwerpunkt auf die an den obligatorischen Unterricht anschliessenden Angebote. Dass der Staat solche nicht nur fördern darf, sondern unterstützen muss, bringt Art. 17 Abs. 1 LV deutlich zum Ausdruck. Hierbei ist es Aufgabe des Gesetzgebers, die Art und den Umfang der Unterstützung festzulegen.[85] Es ist deshalb nicht nötig, dem in Art. 17 Abs. 1 LV verwendeten Begriff „Unterrichts- und Bildungswesen“ eine klare Definition zuzuweisen. Gleichwohl ergibt sich aus dem Zusammenhang, dass „Bildungswesen“ mehr meint als die öffentliche Schule, welche die Kinder und Jugendlichen zwingend durchlaufen. Darauf deutet auch die Formulierung „Erziehungs- und Bildungswesen“ in Art. 15 LV hin. Art. 15 LV nennt Familie, Schule und Kirche als Institutionen, die sich um die Entwicklung der heranwachsenden Generation kümmern, und zwar nicht nur durch Unterricht durch eine erwachsene Lehrperson, die einer Gruppe von Kindern oder Jugendlichen gegenübersteht. Bei „Erziehung“ ist – gerade auch in der Verwendung in Art. 15 LV, an Kinder und Jugendliche zu denken, nicht an Erwachsene, die sich (weiter-)bilden wollen. Der Begriff „Erziehungswesen“ meint nicht die dem einzelnen Kind in seiner Familie zukommende Erziehung und das Lernen sozialer Normen im Austausch mit Verwandten, in kirchlichen oder anderen Jugendgruppen etc., würde sich doch sonst die Aufsicht von Art. 16 Abs. 1 LV auch auf jede einzelne Familie erstrecken. Mit dem Wortteil „Wesen“ wird vielmehr zum Ausdruck gebracht, dass ein Gefüge gemeint ist, das planmässig auf die Erziehung der jungen Menschen einwirken soll.

B. Verhältnis Staat – Kirche adressiert, Verhältnis Land – Gemeinden nicht

Bezeichnend für Liechtenstein sind die bedeutende Rolle einzelner Geistlicher in der Entwicklung der öffentlichen Schule im 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert und der grosse Einfluss, den die Kirche als Institution und über die Person des Schulkommissärs bis zum Erlass des Schulgesetzes von 1971 und über den Einsitz des Ortsgeistlichen im Gemeindeschulrat bis zur Jahrtausendwende hatte.[86] Gleichzeitig wird in der Literatur für das Institut St. Elisabeth[87] und für das Gymnasium der Maristen-Schulbrüder die enge Verbindung mit den staatlichen Behörden seit Bestehen der beiden Schulen betont. Die öffentliche Hand wurde nicht zuletzt um finanzielle Unterstützung gebeten. Sie kam ihrer Aufsichtspflicht nach, so dass ein reger Austausch zwischen den Verantwortlichen der beiden Schulen und dem Staat bestand. Indem noch heute für den Religionsunterricht katholische Priester sowie Katechetinnen und Katecheten in die Klassenzimmer kommen, bleibt die römisch-katholische Kirche eng mit der öffentlichen Schule verbunden.[88] In Art. 1 des Schulgesetzes von 1971 wird – als Umsetzung von Art. 15 zweiter Satz LV – bis heute festgehalten:

"Die öffentlichen Schulen dienen im Zusammenwirken mit Familie und Kirche der Bildung und Erziehung der heranwachsenden Jugend. In diesem Sinne fördern sie die harmonische Entwicklung der intellektuellen, sittlichen und körperlichen Kräfte des jungen Menschen und sind bestrebt, ihn nach christlichen Grundsätzen zu einem selbständigen, verantwortungsbewussten und den beruflichen Anforderungen des Lebens gewachsenen Menschen und Glied des Volkes und Staates zu erziehen."

Während in den Art. 15 bis 17 LV das Verhältnis zwischen Staat und Kirche angesprochen wird, geht die Verfassung nicht auf das Verhältnis zwischen dem Land und den Gemeinden ein. Hierzu finden sich erst auf Stufe Gesetz Regeln. Das Gesetz regelt, für welche Schulstufen das Land und für welche die Gemeinden die Kosten für die Errichtung und den Unterhalt der Gebäude übernehmen müssen und wer über die Einstellung der Lehrkräfte und ihre Besoldung entscheidet.[89] Insgesamt tragen die Gemeinden über einen Fünftel der Bildungskosten.[90] Es kam immer wieder zu Diskussionen über die Ausgestaltung der Lastenverteilung und entsprechend zu Anpassungen des Gesetzes. Die Frage, ob die Löhne für die Lehrpersonen[91] angemessen sind, ob der Lehrerberuf attraktiv ist und sich genügend einheimischer Nachwuchs finden wird, beschäftigt den Landtag auch heute immer wieder. Zur Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen der Lehrerschaft enthält die Verfassung – abgesehen vom Grundsatz der Rechtsgleichheit in Art. 31 LV und den selbstverständlich zu wahrenden übrigen verfassungsmässigen Rechte – keine Vorgaben.[92]

C. Beständigkeit des Bildungsrechts

Den Schulgesetzen von 1859, 1929 und 1971 war – respektive ist (das Schulgesetz von 1971 steht, wenn auch mit verschiedenen Änderungen, nach wie vor in Kraft) – ein langes Leben beschieden. Gleichwohl befindet sich auch in Liechtenstein die Bildungslandschaft in ständiger Bewegung. Die von Graham Martin im Jahr 1984 vorgenommene Beschreibung und eine mit Stand Juni 2002[93] vom Land zusammengetragene Dokumentation stellten jeweils die neuesten Entwicklungen dar und gaben einen Überblick über sämtliche Schultypen sowie die Aus- und Weiterbildungsangebote, die den Liechtensteinerinnen und Liechtensteinern offenstanden. Heute erfüllt die Website des Schulamtes[94] diese Funktion.[95] Dass die einschlägigen Verfassungsartikel bisher nur einmal[96] revidiert wurden und die Gesetze sehr langlebig sind, zeigt, dass ein Grossteil der Regelungen nicht im Schulgesetz getroffen wird. Dies illustriert auch der Lehrplan.[97] Anders als seine Vorgänger zur Zeit des Erlasses der Verfassung wird er nicht mehr im Landesgesetzblatt, sondern online veröffentlicht. Von grosser Bedeutung sind auch die mit den Bildungseinrichtungen der Nachbarregionen getroffenen Vereinbarungen.[98] Änderungen in der Trägerschaft und Finanzierung von Fachschulen, Fachhochschulen etc. erfordern notwendigerweise Anpassungen in Liechtenstein. Sie finden jedoch nicht zwingend ihren Niederschlag in Erlassen.

D. Enge Beziehungen mit dem Ausland

Liechtenstein verfügt weder über Berufsfachschulen und Fachhochschulen noch über Institution zur Lehrerbildung oder eine Volluniversität. Bei der Universität Liechtenstein[99] handelt es sich um eine als öffentliches Unternehmen ausgestaltete tertiäre Bildungseinrichtung. Sie bietet jedoch nur wenige Studiengänge an. Entsprechend müssen die allermeisten in Liechtenstein wohnhaften Jugendlichen nach Abschluss der obligatorischen Schulbildung und nach dem Ablegen der Matura zwingend ausländische Bildungseinrichtungen besuchen.[100] Da sie sich seit jeher für verschiedene Bildungsstätten in der Schweiz,[101] aber auch in Österreich, Deutschland und dem entfernteren Ausland entscheiden und mittlerweile viele Studierende zusätzlich Semester an fremden Hochschulen verbringen, kehren die jungen Menschen mit verschiedenen Erfahrungen in ihre Heimat zurück. Für Liechtenstein stellt es eine Notwendigkeit dar, seine Schulen so auszurichten, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ihre Ausbildung im Ausland fortsetzen können. Sei es eine Hochschulausbildung oder den schulischen Teil der Berufslehre. Für den berufspraktischen Teil steht hingegen eine beachtliche Anzahl an Ausbildungsplätzen in Liechtensteiner Unternehmen zur Verfügung.[102] Angesichts dessen, dass nicht davon auszugehen ist, dass an ausländischen Berufsschulen, Gymnasien und Hochschulen liechtensteinische Geschichte, Geographie etc. unterrichtet wird, hat das Land sicherzustellen, dass die im Land gelegenen Schulen diese Fächer unterrichten und Unterrichtsmaterial für interessierte Lehrkräfte aus dem Ausland und für das Selbststudium zur Verfügung stehen. Entsprechend kommt das Land nicht umhin, die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Spezifika Liechtensteins und auch die künstlerische Beschäftigung mit dem Land und seinen Leuten zu fördern.[103] Eine „vaterländische Gesinnung“ zu vermitteln, wie es Art. 15 LV verlangt,[104] setzt voraus, dass Daten zu Geschichte, Kunst und Kultur des Landes vorhanden sind und kritische Vergleiche mit dem Ausland gesucht werden. Besteht in Liechtenstein Bedarf an Personen mit einer spezifischen Ausbildung, so muss durch die öffentliche Hand und/oder Kreise der Wirtschaft dafür gesorgt werden, dass Personen in genügender Zahl die entsprechende Ausbildung durchlaufen. Z.B. indem an ausländischen Institutionen mit Liechtensteiner Hilfe entsprechende Mittel bereitgestellt werden oder Interessierte mit Stipendien gefördert werden oder im Inland Ausbildungsgänge errichtet werden.[105] Im Verfassungstext findet sich kein Hinweis auf die engen Verflechtungen mit dem Ausland. Auch die langjährige Zusammenarbeit mit den privaten und öffentlichen Unternehmen, welche in der Berufsbildung engagiert sind, lässt sich nicht erkennen. Offensichtlich wird bei der Lektüre von Art. 15 bis 17 LV jedoch, dass die Formulierungen seit 1921 nie angepasst wurden und der Text auch in inhaltlicher Hinsicht noch nie einer Überprüfung unterzogen wurde.

V. Internationale Garantien

A. Europarat

1. Recht auf Bildung gemäss Art. 2 1. ZP EMRK

Art. 2 1. ZP zur EMRK[106] lautet: „Das Recht auf Bildung darf niemandem verwehrt werden. Der Staat hat bei Ausübung der von ihm auf dem Gebiete der Erziehung und des Unterrichts übernommenen Aufgaben das Recht der Eltern zu achten, die Erziehung und den Unterricht entsprechend ihren eigenen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen sicherzustellen.“ Er zeigt damit das „Spannungsverhältnis zwischen dem elterlichen Erziehungsrecht und der staatlichen Schulhoheit“.[107] Er vermittelt gleichzeitig Abwehr- und Teilhaberechte.[108] Sein Ziel ist es, den Pluralismus in der Bildung zu wahren. Dies ist wichtig für das Aufrechterhalten einer demokratischen Gesellschaft.[109] Die Eltern haben jedoch keinen Anspruch darauf, dass die Erziehungsziele sowie die Inhalte und Methoden an den öffentlichen Schulen nach ihrer Überzeugung ausgestaltet werden. Der Respekt vor ihren religiösen und sonstigen Überzeugungen erfolgt vielmehr dadurch, dass in der Schule keine Indoktrination vorgenommen werden darf[110] und Alternativen angeboten werden[111] sowie Kinder von einzelnen Veranstaltungen befreit werden können.[112] In einem Polen betreffenden Fall sah der EGMR allerdings keine Verletzung von Art. 2 1. ZP EMRK darin, dass die im Gesetz vorgesehenen Lektionen in Ethik (welche anstelle des römisch-katholischen Religionsunterrichts hätten besucht werden können), mangels genügender Nachfrage in der betreffenden Stadt nicht angeboten wurden.[113] Dass der Religionsunterricht mitten am Tag zwischen obligatorischen Fächern im Schulhaus angeboten wurde, war wegen des grossen Spielraums von Art. 2 1. ZP EMRK nicht zu beanstanden. Die Eltern konnten ihre Kinder formlos abmelden und (wenn auch nur in der Theorie) als Alternative einen Ethikunterricht besuchen lassen.[114] Ausführlich hatte sich der EGMR auch mit dem in Norwegen obligatorisch zu besuchenden Fach „Christentum, Religion und Philosophie“ zu beschäftigen.[115] Er kritisierte hieran vor allem das komplizierte Prozedere für den Dispens der Kinder von einzelnen in Richtung eines Bekenntnisses ausgestalteten Unterrichtselementen.[116] Wesentlich ist das von Art. 2 1. ZP EMRK vermittelte Recht auf gleichen, diskriminierungsfreien Zugang zu bereits vorhandenen Bildungseinrichtungen.[117] Massnahmen, welche das Recht auf Bildung einschränken, müssen vorhersehbar sein und ein legitimes Ziel verfolgen. Es besteht kein fixer Kanon an legitimen öffentlichen Interessen. Zudem muss Verhältnismässigkeit bestehen zwischen den eingesetzten Mitteln und den angestrebten Zielen.[118] Wichtig ist, dass der Staat den Grundsatz der Gleichbehandlung achtet und überzeugende Gründe vorbringt, wenn er Schüler z.B. bezüglich der Höhe des Schulgeldes gestützt auf ihren ausländerrechtlichen Status ungleich behandelt.[119] Je höher das Unterrichtsniveau und je älter die Schüler, desto grösser wird der Spielraum des Staates und desto eher werden Schulgebühren (sogar mit einem Zuschlag für ausländische Jugendliche und junge Erwachsene) für zulässig erachtet.[120] Da sämtliche öffentlichen Schulen Liechtensteins inklusive Gymnasium und Universität allen in Liechtenstein wohnhaften Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ungeachtet ihres Geschlechts, ihrer Religion oder ihrer Nationalität zugänglich sind[121] und das HPZ für Kinder mit Behinderung ein spezialisiertes Angebot geschaffen hat,[122] bereitet das Recht der Kinder auf Zugang zu Bildung in Liechtenstein grundsätzlich keine Probleme.[123] Art. 2 1. ZP zur EMRK verlangt von den Mitgliedstaaten nicht, dass sie eine bestimmte Anzahl an Schultypen oder Ausbildungsgängen anbieten[124] oder alle Interessenten unabhängig von Vorbildung und Leistung zu jeder Schule zulassen.[125] Dass ein Grossteil der Ausbildungen nicht in Liechtenstein absolviert werden kann und die meisten Studienfächer nur an ausländischen Hochschulen belegt werden können, stellt deshalb keine Verletzung des Rechts auf Bildung dar. Grabenwarter/Pabel zögern,[126] aus Art. 2 1. ZP EMRK ein Recht auf Einrichtung von Privatschulen abzuleiten.[127] Der EGMR musste sich in den letzten Jahren nicht mit dieser Frage auseinandersetzen.[128]

2. Übrige Garantien der EMRK

Im Laufe der Jahre hatte der EGMR Gelegenheit, verschiedene weitere Fragen zum Zugang zur Bildung im Allgemeinen sowie zum Unterricht in öffentlichen und privaten Schulen im Besonderen zu klären. Insbesondere bezüglich der Rücksichtnahme auf die religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen der Eltern durch staatliche Schulen ergingen viele Urteile.[129] Aber auch zum Ausschluss von Schülerinnen und Schülern aus disziplinarischen Gründen[130] und zur Benachteiligung von Roma-Kindern[131] und Kindern ausländischer Herkunft[132] . In vielen Fällen stand nicht Art. 2 1. ZP EMRK im Vordergrund, sondern die Religionsfreiheit von Art. 9 EMRK oder das Recht auf Familienleben gemäss Art. 8 EMRK. Bezüglich des Schutzes der Religion und der Weltanschauung musste sich der EGMR zum Beispiel zum verweigerten Dispens vom Sexualkundeunterricht an Kindergärten und öffentlichen Primarschulen,[133] zum obligatorischen Schwimmunterricht[134] , zum Tragen von muslimischen Kopftüchern und anderen durch religiöse Vorschriften vorgegebenen Kleidungsstücken respektive zum Ausschluss von Schülerinnen und Schülern, welche entsprechende Kleidungsstücke im Unterricht trugen,[135] sowie zu Kruzifixen in Klassenzimmern[136] äussern. In einem Urteil betreffend Polen bejahte der EGMR eine Verletzung der Religionsfreiheit, weil ein Schüler während seiner Schulzeit im Fach „Religion/Ethik“ keine Note erhielt. Seine Eltern hatten ihn als Agnostiker nicht zum Besuch des katholischen Religionsunterrichtes angemeldet. Der im Gesetz vorgesehene Unterricht in Ethik kam mangels Nachfrage weiterer Familien und mangels Lehrkräften jahrelang nicht zustande. In einem mehrheitlich katholischen Land wie Polen komme einem solchen „Leerstrich“ im Zeugnis eine besondere Konnotation zu, die den Schüler brandmarke, stellte der EGMR fest.[137] Selbstverständlich gelangen in Liechtenstein neben den in der EMRK und anderen völkerrechtlichen Verträgen verankerten Menschenrechten auch die in der Verfassung garantieren Grundrechte zur Anwendung.[138]

B. UNO-Kinderrechtskonvention und weitere völkerrechtliche Verträge

Das UNO-Übereinkommen vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes[139] erinnert die Vertragsstaaten in Art. 23 Abs. 3 KRK daran, dass auch intellektuell und körperlich behinderte Kinder einer angemessenen Erziehung und Ausbildung bedürfen. Art. 28 KRK statuiert das Recht jedes Kindes auf Bildung, woraufhin in Art. 29 Abs. 1 KRK festgehalten wird, welche grundlegenden Kenntnisse und Werte durch die Bildungsinstitutionen vermittelt werden sollen. Art. 29 Abs. 2 KRK verpflichtet auch private Bildungseinrichtungen auf diese Werte und auf die durch das staatliche Recht vorgegebenen Grundsätze.[140] Da Liechtenstein das Fakultativprotokoll zum Übereinkommen über die Rechte des Kindes betreffend ein Mitteilungsverfahren vom 19. Dezember 2011 ratifiziert hat,[141] können sich auch Einzelpersonen, die Opfer einer Verletzung geworden sind, mit einer Mitteilung an den UNO-Ausschuss für die Rechte des Kindes (Committee on the Rights of the Child) wenden. Anders sieht es mit den im Übereinkommen der UNO über die Rechte von Menschen mit Behinderungen gewährleisteten Rechten aus. Liechtenstein hat diesen völkerrechtlichen Vertrag bis jetzt nicht unterzeichnet. Im Schosse der UNESCO-Generalkonferenz wurden seit 1948 verschiedene Übereinkommen ausgearbeitet.[142] Sie sollen Erziehung, Wissenschaft und Kultur sowie Kommunikation und Information fördern. Entsprechend weisen sie vielfältige Berührungspunkte zum Bildungswesen auf. Das Übereinkommen vom 11. April 1997 über die Anerkennung von Qualifikationen im Hochschulbereich in der europäischen Region (sog. Lissabonner Konvention)[143] und das Übereinkommen vom 21. Dezember 1979 über die Anerkennung von Hochschulstudien, Universitätsdiplomen und akademischen Graden in den Staaten der Region Europa[144] hat Liechtenstein ratifiziert, obwohl Liechtenstein nicht UNESCO-Mitglied ist.[145] Liechtenstein hat überdies die im Schosse des Europarates ausgearbeitete Europäische Konvention vom 11. Dezember 1953 über die Gleichwertigkeit der Reifezeugnisse[146] und weitere Übereinkommen ratifiziert. Sie erleichtern nicht zuletzt die Mobilität der Studierenden. Gestützt auf Art. 30 EWRA, der Arbeitnehmenden und selbständig Erwerbstätigen die Aufnahme und Ausübung von Erwerbstätigkeiten erleichtert, wurden verschiedene Massnahmen zur gegenseitigen Anerkennung von Diplomen, Prüfungszeugnissen und sonstigen Befähigungsnachweisen getroffen. Anhang VII „Anerkennung von Berufsqualifikationen“ nennt eine ganze Reihe von Erlassen, welche zur Anwendung gelangen, insbesondere bezogen auf Berufe aus dem Bereich Medizin, Pflege, Architektur und Rechtspflege.[147] Inwiefern ausländische Bildungseinrichtungen von der Freizügigkeit Gebrauch machen können, hängt mit der Frage nach der Ausgestaltung des Privatschulwesens in Liechtenstein zusammen.[148]

VI. Internationale Beziehungen im Schulwesen

Wie bereits in Kapitel IV.D ausgeführt, ist Liechtenstein von der Zusammenarbeit mit ausländischen Bildungseinrichtungen abhängig. Das Berufsbildungsgesetz[149] verankert in Art. 3 Abs. 2 lit. a und Abs. 3 BBG[150] ausdrücklich die Zusammenarbeit mit „anderen Staaten und staatlichen Organisationen, insbesondere mit der Schweiz und Österreich“.[151] Es lehnt sich ausdrücklich an das entsprechende schweizerische Gesetz an und hat zum Ziel „die langjährig gute und sehr erfolgreiche Zusammenarbeit in den Bereichen der beruflichen Grund- und Weiterbildung mit dem Nachbarland Schweiz“ fortzusetzen.[152] Der schulische Teil der beruflichen Bildung der in Liechtenstein wohnhaften Jugendlichen und jungen Erwachsenen erfolgt denn auch zum allergrössten Teil in der Schweiz. Seit Jahrzehnten gewährleisten Staatsverträge Liechtensteins mit Österreich und der Schweiz den Zugang der in Liechtenstein wohnenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu Einrichtungen der tertiären Ausbildung im Ausland[153] und werden einzelne Einrichtungen grenzüberschreitend betrieben.[154] Entsprechend ist es wichtig, dass die (Abschluss-)Zeugnisse gegenseitig anerkannt werden.[155] Das Abkommen mit Österreich über Gleichwertigkeiten im Bereich der Reifezeugnisse und des Hochschulwesens regelt durch die Anerkennung der Zeugnisse vor allem den Zugang zu den Hochschulen und garantiert (Art. 2 Abs. 6) den Studierenden aus Liechtenstein mit liechtensteinischer Staatsangehörigkeit in Österreich dieselben Studiengebühren wie den österreichischen Studierenden und umgekehrt. Die Verhandlungen über die Anerkennung der liechtensteinischen Matura durch die Schweiz hatten sich ursprünglich als schwierig erwiesen, nicht zuletzt, weil die Kompetenzen für die Universitäten in der Schweiz bei den Kantonen liegen.[156] Seit längerem behandelt nun aber die Interkantonale Universitätsvereinbarung Liechtenstein wie die Schweizer Kantone. Damit ist sichergestellt, dass die Schweizer Universitäten Liechtensteins Studierende aufnehmen, während Liechtenstein im Gegenzug dieselben finanziellen Leistungen für sie erbringt wie die Kantone für ihre Studierenden. Gleichzeitig ist mit der Vereinbarung auch der Besuch von Schweizer Studierenden an der Universität Liechtenstein geregelt. Liechtenstein nimmt am Aktionsprogramm „ERASMUS“[157] respektive „ERASMUS+“ der Europäischen Union und weiteren EU-Programmen teil,[158] aber nicht am Programm „Horizon 2020“.[159] Wenn auch die ersten liechtensteinischen Lehrbücher bereits im 19. Jahrhundert hergestellt worden waren und immer wieder Lehrmittel insbesondere zur Heimatkunde in Liechtenstein produziert wurden,[160] so kommt Liechtenstein dennoch nicht umhin, ausländische Lehrmittel einzusetzen. Auch beim Lehrplan orientiert sich Liechtenstein in vielem an der Schweiz.[161] Der auf das Schuljahr 2019/2020 in Kraft tretende „Liechtensteiner Lehrplan“ LiLe wurde auf der Basis des „Lehrplans 21“ der Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK) erarbeitet. Dabei wurde den Besonderheiten Liechtensteins (insbesondere fünf statt wie in der Deutschschweiz sechs Primarschuljahre,[162] Aufgliederung der Sekundarstufe I in drei Schularten) Rechnung getragen.[163] Der Lehrplan wird von der Regierung mittels Verordnung festgelegt (Art. 8 Abs. 1 SchulG). Dennoch bildet er wegen der inhaltlichen Vorgaben in der Delegationsnorm eine genügende Grundlage für Einschränkungen der Schülerinnen und Schüler und ihrer Eltern in den Grundrechten wie z.B. in der Glaubens- und Gewissensfreiheit.[164]

VII. Nicht in der Verfassung erwähnte Aspekte der Bildung

Die frühkindliche Bildung wird in der Verfassung nicht erwähnt.[165] Mütter- und Väterbildung zu initiieren, Spielgruppen oder Kindertagesstätten zu errichten oder mitzufinanzieren, staatlich organisierte, unentgeltliche Kindergärten einzurichten, fremdsprachigen Kindern schon vor dem Schuleintritt Sprachkurse anzubieten, dies alles steht im Einklang mit den Art. 15 bis 17 LV. Schliesslich übertragen diese Bestimmungen dem Staat Verantwortung im Bereich der Bildung. Ebenso ist die Unterstützung von Jugendorganisationen und anderen Vereinigungen zulässig, die es Heranwachsenden ermöglichen, in ihrer Freizeit zusätzliche Kompetenzen zu erwerben. Art. 15 LV verpflichtet den Staat, dem Erziehungs- und Bildungswesen seine Aufmerksamkeit zu schenken. Folglich dürfen ihm die Bedürfnisse von Kleinkindern nicht gleichgültig sein, ist doch mit Erziehung und Bildung mehr gemeint als der blosse Schulunterricht.[166] Dass die Kindergärten in der Verfassung nicht erwähnt werden, überrascht insofern, als der erste Kindergarten bereits 1881 gegründet worden war[167] und es in Liechtenstein sehr lange keine privaten Kindergärten gab. Anders als in Österreich und Deutschland waren in Liechtenstein immer die Gemeinden für die Kindergärten verantwortlich.[168] Dies schloss nicht aus, dass Ordensfrauen als Kindergärtnerinnen eingestellt wurden.[169] Erst seit 1985 existiert mit dem Waldorfkindergarten ein privat geführter Kindergarten. Art. 15 bis 17 LV sind auf Kinder und Jugendliche fokussiert. Angesichts dessen, dass die Verfassung die Staatsaufgaben nicht abschliessend aufzählt[170] und der Gesetzgeber freie Hand hat, auch Anliegen aufzugreifen, die in der Verfassung nicht erwähnt werden, steht einem Engagement der öffentlichen Hand im Bereich der Erwachsenenbildung nichts entgegen.[171] Sei dies, dass Erwachsenen Grundfertigkeiten vermittelt werden (z.B. in Alphabetisierungskursen), sich die öffentliche Hand für die berufliche Aus- und Weiterbildung engagiert oder private Anbieter im Bereich Persönlichkeitsentwicklung, Kunst etc. unterstützt. Bis jetzt haben Wissenschaft und Forschung keine Erwähnung in der Verfassung gefunden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die öffentliche Hand in diesem Bereich untätig bleiben muss.[172] Sobald die erforderlichen gesetzlichen Grundlagen hierfür geschaffen sind, darf sie – wie es mit dem Universitätsgesetz[173] und dem Hochschulgesetz[174] geschah – öffentliche Hochschulen errichten und privaten Institutionen Vorgaben machen. Selbstverständlich ist auch ein darüber hinausgehendes öffentliches Engagement insbesondere in der Forschungsförderung wie zum Beispiel die Beteiligung an ausländischen Förderorganisationen[175] und die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft im Bereich F & E zulässig.[176] Die Wissenschaftsfreiheit bildet in Liechtenstein Teil der Meinungsäusserungsfreiheit.[177]

Fussnoten

  1. Mit dem Erlass von 1805 verloren die Gemeinden die Kompetenzen über das Schulwesen weitgehend. Malin, Politische Geschichte, S. 84 und S. 91 f.
  2. Bleyle, Historisches Lexikon II, S. 860.
  3. Bestätigt in § 1 Schulgesetz vom 5. Oktober 1927: „Da das Fürstenthum Liechtenstein zum grösten Theile von einer solchen Menschenklasse bewohnt wird, welche ihren Unterhalt beinahe blos durch Anstrengung ihrer phisischen Kräfte erwerben, so wollen Wir, dass der Unterricht der Jugend den Bedürfnissen Unserer Unterthanen angemessen seyn solle, und befehlen in dieser Rüksicht, dass es wie bisher auch für die Zukunft bei den Trivial- oder Dorfschulen verbleiben möge. Siehe auch Quaderer, Politische Geschichte, S. 138 f. und S. 141.
  4. Bleyle, Historisches Lexikon II, S. 860, und Quaderer, Politische Geschichte, S. 136 f.
  5. Beim Schulgesetz vom 1. August 1822 handelt es sich nicht um ein Gesetz im materiellen Sinn, sondern um eine Schulordnung, welche den Schülerinnen und Schülern das korrekte Betragen in Schule und Kirche vorschreibt.
  6. Offenbar besuchten jedoch trotzdem viele Lehrer Ausbildungsstätten in der Schweiz: Quaderer, Politische Geschichte, S. 166 f.
  7. Quaderer, Politische Gesichte, S. 152-156.
  8. Siehe dazu Quaderer, Politische Geschichte, S. 167 f.
  9. Näscher, Historisches Lexikon I, S. 68. Allgemein zu den Schwestern aus vier Orden, die in Liechtenstein im Laufe der Zeit tätig waren: Martin, Bildungswesen, S. 284-293.
  10. Erklärung von Fürst Alois betr. Erlass einer konstitutionellen Verfassung, LI LA SgRV 1848; zitiert nach: www.e-archiv.li/D42364; aufgerufen am 17.04.2019.
  11. Bereits 1837 und 1852 waren Entwürfe für ein neues Schulgesetz erlassen worden: Quaderer, Politische Geschichte, S. 158-163.
  12. Bleyle, Historisches Lexikon II, S. 860.
  13. Es kämpfte jedoch noch Landesverweser In der Maur, Rechenschaftsbericht, S. 48 f., in den 1880er-Jahren gegen zu häufige Absenzen. Bis zum Ersten Weltkrieg konnten überdies diejenigen liechtensteinischen Kinder dem Schulunterricht nicht folgen, die als Schwabenkinder in süddeutsche Bauernfamilien verdingt wurden: Burmeister, Historisches Lexikon II, S. 865.
  14. Die Lehrschwestern verdienten auch Anfangs 20. Jahrhundert noch viel weniger als die Lehrer: Quaderer-Vogt, Bewegte Zeiten, Band 3, S. 350 f.
  15. Siehe auch In der Maur, Rechenschaftsbericht, S. 54.
  16. § 8 Gesetz vom 29. September 1900 betreffend die Rechtsverhältnisse des Lehrerstandes an den öffentlichen Elementarschulen, LGBl. 1900 Nr. 3.
  17. Am Gehalt der Zamser Schwestern in Schaan beteiligten sich auch der Fürst und die Fürstin: Geiger, Geschichte, S. 217.
  18. Wiest, Oberlehrer, S. 167 ff.
  19. Bleyle, Historisches Lexikon II, S. 860. Siehe auch Marxer, Unsere Volksschule, S. 143.
  20. Bleyle, Historisches Lexikon II, S. 860.
  21. Mäder, Historisches Lexikon I, S. 321.
  22. Gesetz vom 11. Januar 1869 [Errichtung eines Landesschulrats], LGBl. 1869 Nr. 2.
  23. Gesetz vom 29. Juli 1878 betreffend die Regelung der Gehaltsbezüge der Lehrangestellten an den Volksschulen (LGBl. 1878 Nr. 8).
  24. Bleyle, Historisches Lexikon II, S. 860.
  25. Zumindest der Landesverweser sah eine wichtige Aufgabe der Schule in der Erziehung der Schülerschaft zu Mässigung, Reinlichkeit etc.: In der Maur, Rechenschaftsbericht, S. 47.
  26. So der Lehrplan für die Landesschule in Vaduz mit LGBl. 1914 Nr. 8, LGBl. 1923 Nr. 9 und LGBl. 1926 Nr. 12.
  27. Bleyle, Historisches Lexikon I, S. 436
  28. Bleyle, Historisches Lexikon I, S. 436
  29. LGBl. 1924 Nr. 18.
  30. LGBl. 1929 Nr. 13.
  31. Martin, Bildungswesen, S. 357 f. Das Gesetz war von Pfarrer Anton Frommelt, in seinen Funktionen als Landtagsabgeordneter und Mitglied des Landesschulrates, entworfen worden: Vogt-Frommelt, Historisches Lexikon I, S. 253.
  32. Siehe Schiess Rütimann, Kommentar zu Art. 16 LV Kapitel II.
  33. Wille, Staat und Kirche, S. 67.
  34. Zuvor war diese unterste Schulstufe „Elementarschule“ genannt worden. Siehe z.B. die sie betreffende Schulordnung in LGBl. 1897 Nr. 8.
  35. Siehe bereits LGBl. 1899 Nr. 1, der den Lehrplan für die Fortbildungsschulen enthielt.
  36. Siehe hierzu ausführlich Sochin, Du Mägdlein höre, S. 53-64.
  37. Bleyle, Historisches Lexikon II, S. 860.
  38. Sochin, Du Mägdlein höre, S. 74-79.
  39. Sochin D’Elia, Sankt Elisabeth (Schule).
  40. Sochin, Du Mägdlein, S. 147 f.
  41. Sochin, Du Mägdlein, S. 155-179.
  42. Sochin D’Elia, Sankt Elisabeth (Schule).
  43. Sochin D’Elia, Sankt Elisabeth (Schule).
  44. Martin, Bildungswesen, S. 49. Martin, Bildungswesen, S. 111, spricht von einem „allmählichen Verstaatlichungsprozess am Liechtensteinischen Gymnasium“.
  45. Näscher, Historisches Lexikon II, S. 582. Zuvor besuchten Knaben aus Liechtenstein v.a. in Feldkirch das Gymnasium oder sie besuchten ein katholisches Internat in der Schweiz: Sochin D’Elia, Zur Matura, S. 390.
  46. Siehe LGBl. 1914 Nr. 8 und LGBl. 1926 Nr. 12.
  47. Bleyle, Historisches Lexikon I, S. 562
  48. Sochin, Du Mägdlein, S. 39.
  49. Bleyle, Historisches Lexikon I, S. 562, und Sochin, Du Mägdlein, S. 147 f.: Das Land übernahm die Schulgelder für die liechtensteinischen Jugendlichen.
  50. Näscher, Historisches Lexikon II, S. 582.
  51. Diese Formulierung war wörtlich übernommen von Art. 2 KV Kanton SG 1890.
  52. Diese Formulierung war wörtlich übernommen worden von Art. 3 Abs. 4 KV Kanton SG 1890.
  53. Siehe Schiess Rütimann, Kommentar zu Art. 17 Kapitel I.
  54. Siehe die Zahlen für die Jahre 1913 und 1926 bei Quaderer-Vogt, Bewegte Zeiten, Band 3, S. 351 f.
  55. Art. 6 KV Kanton SG 1890: „Abs. 3 Er sorgt für die Beschulung von Kindern, denen wegen körperlicher oder geistiger Gebrechen der Besuch der Volksschule verschlossen ist, und leistet hiefür geeignete ökonomische Beihilfe. Abs. 4 Er beteiligt sich an der Sorge für die gesönderte Erziehung verwahrloster Kinder. Abs. 5 Er gründet die notwendigen Besserungsanstalten für jugendliche Verbreche oder beteiligt sich an der Errichtung oder dem Betriebe solcher.“
  56. Für die Formulierung in § 16 Abs. 5 RV könnte Art. 87 Abs. 2 KV Kanton BE 1893 Pate gestanden haben. Er lautete: „Niemand darf die seiner Obhut anvertraute Jugend ohne den Grad von Unterricht lassen, der für die öffentlichen Primarschulen vorgeschrieben ist.“ Dieser wiederum war ähnlich formuliert wie Art. 19 Abs. 4 KV Kanton FR 1857: „Jeder Bürger ist gehalten, seine oder die ihm anvertrauten Kinder wenigstens in denjenigen Gegenständen unterrichten zu lassen, die das Gesetz für die öffentlichen Primarschulen vorschreibt.“
  57. In der 1. Fassung trug § 78 noch die Nummerierung § 77.
  58. In der 1. Fassung trug § 85 noch die Nummerierung § 84.
  59. VK, S. 3: „Der erste Satz des § 85 hat zu lauten: Der Regierungschef ist auch Chef des Landesschulrates.“
  60. Siehe das Dokument „Der Landtag stimmt der neuen Verfassung einstimmig zu“ vom 24. August 1921, zitiert nach: www.e-archiv.li/D45244; aufgerufen am 09.07.2019
  61. So die Erklärung von Regierungschef Josef Ospelt vom 10. September 1921: LI LA RE 1921/4017 ad 963; zitiert nach: www.e-archiv.li/D45241; aufgerufen am 16.04.2019.
  62. Siehe auch Gamper, Kommentar zu Art. 37 LV Kapitel I., und Gamper, Kommentar zu Art. 38 LV Kapitel I., sowie Historischer Verein, Krieg, Souveränität und Demokratisierung, S. 132-134.
  63. Siehe das Dokument „Das bischöfliche Ordinariat Chur unterbreitet der Regierung und der Verfassungskommission erneut Forderungen zur Verfassungsrevision“ vom 17. August 1921, LI LA RE 1921/3690 ad 963; zitiert nach: www.e-archiv.li/D45174; aufgerufen am 17.04.2019. Am 18. August 1921 bekräftigte der Bischof (siehe das Dokument „Der Churer Bischof Georg Schmid von Grüneck legt Regierungschef Josef Ospelt die Gründe für die von ihm verlangten Änderungen am Verfassungsentwurf dar“, LI LA SF 01/1921/141; zitiert nach: www.e-archiv.li/D45205; aufgerufen am 17.04.2019), dass die Erziehung der Menschen der Kirche und nicht dem Staat zukomme und dass, falls z.B. das Priesterseminar nach Bendern verlegt werden sollte, dieses niemals der staatlichen Aufsicht unterstehen könne.
  64. Ohne Datum, 1. Lesung in der Landtags-Sitzung vom 15. April 1971.
  65. BuA betreffend die Schaffung eines neuen Schulgesetzes, S. 32 f.
  66. BuA der Landtagskommission, S. 35.
  67. Landtags-Protokolle 1971 I, S. 101-106 (Sitzung vom 15. April 1971). Der Antrag der Regierung hatte den Landesschulrat ursprünglich nicht abschaffen wollen. Die Regierung hätte jedoch die Aufsicht über das gesamte Schulwesen zugewiesen erhalten. Ebenso hätte sie neu ein Amt für Bildung und Erziehung schaffen können. Die in LGBl. 1972 Nr. 8 getroffene Regelung ging auf den Vorschlag der Landtagskommission zurück: Bericht und Antrag der Landtagskommission vom 1. Dezember 1971 S. 25-31, Landtags-Protokolle 1971 III, S. 694-700.
  68. BuA betreffend die Schaffung eines neuen Schulgesetzes, S. 32.
  69. Einzig an der Einsitznahme des Ortsgeistlichen in den Gemeindeschulrat wurde Kritik geäussert: Landtags-Protokolle 1971, S. 701 (Sitzung vom 15. Dezember 1971).
  70. Art. 85 LV hatte in der Version von LGBl. 1921 Nr. 15 gelautet: „Der Regierungschef ist auch Chef des Landesschulrates. Er führt den Vorsitz in der Regierung, besorgt die ihm unmittelbar vom Fürsten übertragenen Geschäfte und die Gegenzeichnung der Gesetze, sowie der vom Fürsten oder einer Regentschaft ausgehenden Erlässe und Verordnungen und geniesst bei öffentlichen Feierlichkeiten die dem Repräsentanten des Landesfürsten vorschriftsmässig zustehenden Vorzüge.“
  71. Art. 78 LV hatte in der Version von LGBl. 1921 Nr. 15 gelautet: „Die gesamte Landesverwaltung, mit Ausnahme der Schulangelegenheiten, wird durch die dem Landesfürsten und dem Landtage verantwortliche Kollegialregierung in Gemässheit der Bestimmungen dieser Verfassung und der übrigen Gesetze besorgt.“
  72. Das Schulgesetz von 1971 unterstellte das Schulamt der Regierung: Martin, Bildungswesen, S. 55.
  73. LGBl. 2001 Nr. 22. Die Abschaffung erfolgte im Rahmen einer grossen Revision des Invalidengesetzes, die wegen Änderungen in der Sonderschulung von Kindern mit einer Behinderung auch Änderungen im Schulgesetz verlangte.
  74. BuA Nr. 140/2000, S. 40.
  75. In der Fassung von LGBl. 1972 Nr. 7 setzte sich der Schulrat aus dem Leiter des Schulamtes als Vorsitzendem und zwei Mitgliedern des Bildungsrates zusammen.
  76. Im Landtag war heftig darüber diskutiert worden, ob die Geistlichkeit im Gemeindeschulrat vertreten sein soll und ob man ihren Vertreter und/oder die Kindergärtnerin durch Vertreter der Elternschaft ersetzen solle. Es wurde letztlich der Vorschlag der Kommission gutgeheissen: Landtags-Protokolle 1971 III, S. 700-707 (Sitzung vom 15. Dezember 1971).
  77. Sie dürften aber gemäs BuA Nr. 92/2003, S. 23.
  78. BuA Nr. 41/2002, S. 49 und S. 85.
  79. Siehe Bericht und Antrag der Regierung für die Landtags-Sitzung vom 15. April 1971, S. 20.
  80. Siehe den Finanzbeschluss vom 20. April 1994 über die Ausrichtung eines einmaligen Beitrages an die Liechtensteinische Waldorfschule, LGBl. 1994 Nr. 32.
  81. Siehe ihre Charakterisierung in BuA Nr. 63/1999, S. 65 ff.
  82. Siehe BuA Nr. 63/1999, S. 73 ff.
  83. Siehe ausführlich Schiess Rütimann, Kommentar zu Art. 16 LV Kapitel VI.
  84. Siehe Schiess Rütimann, Kommentar zu Art. 16 LV Kapitel V.B. Wille, Staat und Kirche, S. 118-120 und S. 210 f., beschrieb für das 1971 erlassene Schulgesetz die enge Verzahnung von Schule und katholischer Kirche durch die Ausrichtung auf die katholische Weltanschauung, den Religionsunterricht sowie Schulmesse und Christenlehre. Ihr Besuch war für die katholischen Kinder und Jugendlichen obligatorisch und fiel dadurch unter die Schulpflicht.
  85. Siehe Schiess Rütimann, Kommentar zu Art. 17 LV Kapitel III.
  86. Martin, Bildungswesen, S. 352 ff., insbesondere S. 356. Erst seit der Revision von Art. 110 Abs. 1 SchulG im Jahr 2003 (LGBl. 2004 Nr. 5) ist für den „Vertreter der Ortsgeistlichkeit“ kein Sitz mehr im fünfköpfigen Gemeindeschulrat reserviert.
  87. Sochin, Du Mägdlein höre, S. 85-90, S. 141 ff.
  88. Siehe auch Martin, Bildungswesen, S. 360 f.
  89. Zur Kompetenzverteilung zwischen Regierung und Schulamt siehe StGH 2014/024 Erw. 4.2.2.
  90. Amt für Statistik, Bildungsstatistik 2018, S. 23: Die finanzielle Beteiligung der Gemeinden betrug im Jahr 2017 23,8%.
  91. Per Ende 2017 zählte Liechtensteins Schulpersonal 744 Köpfe, verteilt auf 585,9 Vollzeitäquivalente, 92,5% von ihnen wurden für den Unterricht eingesetzt: Amt für Statistik, Bildungsstatistik 2018, S. 21 f.
  92. Zur Nichtverlängerung eines befristeten Arbeitsvertrags siehe VGH 2018/023. Zur administrativen Entlassung wegen krankheitsbedingter dauernder und langfristiger Erfüllung des Dienstauftrages siehe StGH 2014/024, wobei (siehe Erw. 4.3.1 und 5.2.3) bei der administrativen Entlassung der Grund für die Verhinderung unerheblich ist.
  93. Fürstentum Liechtenstein, Eine Dokumentation.
  94. https://www.llv.li/inhalt/1192/amtsstellen/berichte-broschuren-und-informationsblatter.
  95. Siehe die Links zu den vom Europäischen Bildungsinformationsnetzwerk Eurydike zusammengestellten Informationen unter: https://www.llv.li/inhalt/1219/amtsstellen/eurydice.
  96. Siehe LGBl. 1972 Nr. 8.
  97. LiLe Liechtensteiner Lehrplan: https://fl.lehrplan.ch/index.php.
  98. Siehe sogleich Kapitel IV.D.
  99. Siehe das Gesetz vom 25. November 2004 über die Universität Liechtenstein (LUG, LGBl. 2005 Nr. 3 LR 414.2).
  100. Siehe die Zahlen bei Marxer, Forschung und Lehre, S. 164 f. Insgesamt besuchten im Schuljahr 2017/18 124 Pflichtschulkinder aus Liechtenstein ein Gymnasium, die Real- oder Sekundarschule, die Primarschule oder eine Sonderschule im Ausland: Amt für Statistik, Bildungsstatistik 2018, S. 15.
  101. Amt für Statistik, Bildungsstatistik 2018, S. 16: 70,5% aller Studierenden aus Liechtenstein, die eine Universität oder Fachhochschule besuchen, sind an einer Schweizer Hochschule immatrikuliert.
  102. Amt für Statistik, Bildungsstatistik 2018, S. 17: Im Jahr 2018 waren 870 Lernende aus Liechtenstein registriert, 86,7% von ihnen arbeiteten in einem Betrieb in Liechtenstein. Dazu kommt eine grössere Anzahl von Lernenden aus der Schweiz, die in einem liechtensteinischen Lehrbetrieb angestellt sind.
  103. Marxer, Forschung und Lehre, S. 173 ff.
  104. Siehe hierzu Schiess Rütimann, Kommentar zu Art. 15 LV Kapitel V.
  105. Siehe Schiess Rütimann, Kommentar zu Art. 17 LV Kapitel IV.
  106. LGBl. 1995 Nr. 208 LR 0.101.01. Sehr ausführlich zu Art. 2 1. ZP EMRK, insbesondere was höhere Bildung und private Universitäten anbelangt, die Partly Dissenting Opinion von EGMR-Richter Pinto de Albuquerque in EGMR Tarantino and others v. Italien, Nr. 25851/09, 29284/09 und 64090/09, 02.04.2013.
  107. Grabenwarter/Pabel, Studienbuch, § 22 N 90.
  108. Bitter, Kommentar zu Art. 2 ZP 1, Rz. 1.
  109. EGMR Konrad v. Deutschland, Nr. 35504/03, 11.09.2006.
  110. EGMR (Grosse Kammer) Folgero u.a. v. Norwegen, Nr. 15472/02, 29.06.2007, § 84 lit. h, und z.B. auch EGMR Jiménez und Jiménez Merino v. Spanien, Nr. 51188/99, 25.05.2000. Siehe auch Bitter, Kommentar zu Art. 2 ZP 1, Rz. 25.
  111. EGMR (Grosse Kammer) Folgero u.a. v. Norwegen, Nr. 15472/02, 29.06.2007, § 101: Dass die Eltern frei sind im Besuch privater Schulen und diese zu 85% vom Staat finanziert werden, ändert allerdings nichts an der Verpflichtung des Staates, die religiösen und weltanschaulichen Ansichten aller Schülerinnen und Schüler in den öffentlichen Schulen zu respektieren. Diesbezüglich weniger strikt EGMR Jiménez und Jiménez Merino v. Spanien, Nr. 51188/99, 25.05.2000.
  112. Grabenwarter/Pabel, Studienbuch, § 22 N 103.
  113. EGMR Grzelak v. Polen, Nr. 7710/02, 15.06.2010, § 105. Der EGMR hatte aber eine Verletzung der Religionsfreiheit bejaht, weil der betreffende Schüler in dem mit „Religion/Ethik“ bezeichneten Fach keine Note im Zeugnis erhielt.
  114. EGMR Grzelak v. Polen, Nr. 7710/02, 15.06.2010, § 104.
  115. EGMR (Grosse Kammer) Folgero u.a. v. Norwegen, Nr. 15472/02, 29.06.2007, § 88. Das Anliegen der Gesetzesreform, dass grundsätzlich alle Kinder dieses Fach gemeinsam besuchen können, lobte der EGMR (§ 88). Auch dass das Christentum (die evangelisch-lutherische Kirche ist in Norwegen Staatskirche) in den unteren Schuljahren einen grösseren Platz einnahm im Curriculum, hielt der EGMR mit Art. 2 1. ZP EMRK für vereinbar (§ 89).
  116. EGMR (Grosse Kammer) Folgero u.a. v. Norwegen, Nr. 15472/02, 29.06.2007, §§ 97-102.
  117. Bitter, Kommentar zu Art. 2 ZP 1, Rz. 1 und Rz. 12.
  118. EGMR Tarantino and others v. Italien, Nr. 25851/09, 29284/09 und 64090/09, 02.04.2013, § 45, und EGMR Ali v. Vereinigtes Königreich, Nr. 40385/06, 11.01.2011, § 53.
  119. EGMR Ponomaryovi v. Bulgarien, Nr. 5335/05, 21.06.2011, § 53 f.
  120. EGMR Ponomaryovi v. Bulgarien, Nr. 5335/05, 21.06.2011, § 56. In dem zu beurteilenden Fall waren Schulgebühren für die weiterführenden Schulen jedoch nicht gerechtfertigt, weil die beiden Brüder bereits in jungen Jahren zusammen mit ihrer Mutter nach Bulgarien gekommen waren, als diese einen bulgarischen Mann heiratete.
  121. Siehe insbesondere auch Art. 24 Asylgesetz vom 14. Dezember 2011 (AsylG, LGBl. 2012 Nr. 29 LR 152.31) und die Antwort auf die Kleine Anfrage betreffend Beschulung von Flüchtlingskindern: Landtags-Protokolle 2015, S. 1973 (Sitzung vom 2. Oktober 2015).
  122. Zur noch offenen Frage, ob Art. 2 1. ZP EMRK einen Anspruch von Kindern mit Behinderung auf inklusiven Unterricht vermittelt, siehe Bitter, Kommentar zu Art. 2 ZP 1, Rz. 15.
  123. Siehe jedoch noch StGH 2000/45, als das damals geltende Flüchtlingsgesetz in seinen schulrechtlichen Bestimmungen zwischen Kindern von Asylsuchenden und Kindern von Schutzbedürftigen unterschied. Während die Flüchtlingskinder aus anderen Staaten nach dem Absolvieren des Intensivkurses „Deutsch als Zweitsprache“ in die regulären Schulklassen integriert wurden, verblieben die kosovarischen Kinder in speziellen Schulklassen (siehe Sachverhalt Ziff. 6.1).
  124. EGMR Huhle v. Deutschland, Nr. 61145/09, 27.08.2013, § 17.
  125. Grabenwarter/Pabel, Studienbuch, § 22 N 94 f. StGH 2000/45 Erw. 2.3 stellte klar, dass es mit Art. 2 1. ZP EMRK vereinbar ist, fremdsprachigen Kindern zunächst in einem Spezialunterricht die notwendigen Kenntnisse der deutschen Sprache zu vermitteln. EGMR Tarantino and others v. Italien, Nr. 25851/09, 29284/09 und 64090/09, 02.04.2013, §§ 46 ff.: Der Zugang zu Universitäten kann durch Aufnahmeprüfungen und einen Numerus clausus beschränkt werden. VBI 1997/71 Erw. 10: Das Schulgesetz räumt nicht jedem Kind das Recht ein, in das Gymnasium einzutreten. Für den Übertrittsentscheid ist auf seine Fähigkeiten abzustellen.
  126. Grabenwarter/Pabel, Studienbuch, § 22 N 99.
  127. Richter Pinto de Albuquerque ist in seiner Partly Dissenting Opinion zu EGMR Tarantino and others v. Italien, Nr. 25851/09, 29284/09 und 64090/09, 02.04.2013, anderer Meinung.
  128. Siehe ausführlicher zu den Aussagen von Art. 2 1. ZP EMRK zum Privatunterricht Schiess Rütimann, Kommentar zu Art. 16 LV Kapitel VI.
  129. Siehe die Auseinandersetzung mit der Rechtsprechung des EGMR bezüglich Religionsfreiheit bei Schädler, Privilegien, S. 142 ff.
  130. Siehe z.B. EGMR Ali v. Vereinigtes Königreich, Nr. 40385/06, 11.01.2011.
  131. Siehe die im Factsheet – Roma and Travellers des EGMR (https://www.echr.coe.int/Documents/FS_Roma_ENG.pdf, Stand: April 2019) im Kapitel „Right to education“ (S. 25-27) zusammengetragenen Fälle.
  132. Siehe z.B. EGMR Ponomaryovi v. Bulgarien, Nr. 5335/05, 21.06.2011.
  133. EGMR A.R. und L.R. v. Schweiz, Nr. 22338/15, 19.12.2017, sowie bereits EGMR Jiménez und Jiménez Merino v. Spanien, Nr. 51188/99, 25.05.2000. Zum zwingenden Besuch des in das Fach „Mensch und Umwelt“ integrierten Sexualkundeunterrichts in Liechtenstein siehe StGH 2014/39. Ausführlich zu den völkerrechtlichen Leitlinien bezüglich Sexualkundeunterricht auch Ehrenzeller, Das Elternrecht, S. 214 ff.
  134. Obligatorischer gemischtgeschlechtlicher Schwimmunterricht für Kinder vor der Pubertät: EGMR Osmanoğlu und Kocabaş v. Schweiz, Nr. 29086/12, 10. Januar 2017. Anders StGH 2012/130 Erw. 3.2.3 und 3.2.4, der wegen besonderer Verhältnisse (unter anderem mögliche Exkommunikation aus der betreffenden Glaubensgemeinschaft) die Dispensation vom Schwimmunterricht für gerechtfertigt erachtete. Siehe betreffend dieser Familie auch VGH 2013/134, VGH 2013/131, VGH 2013/133 und VGH 2013/135.
  135. Siehe z.B. EGMR Aktas v. Frankreich, Nr. 43563/08, 30.06.2009, EGMR Jasvir Singh v. Frankreich, 25463/08, 30.09.2009, EGMR Dogru v. Frankreich, Nr. 27058/05, 04.12.2008, EGMR Kervanci v. Frankreich, Nr. 31645/04, 04.12.2008.
  136. EGMR (Grosse Kammer) Lautsi v. Italien, Nr. 30814/06, 18.03.2011.
  137. EGMR Grzelak v. Polen, Nr. 7710/02, 15.06.2010, §§ 95-100.
  138. Siehe zur Anrufung von Art. 37 LV und Art. 9 EMRK durch die Eltern eines Mädchens, deren Gesuch auf Dispens vom Sexualkundeunterricht abgelehnt worden war: StGH 2014/39 insbesondere Erw. 4.1.
  139. LGBl. 1996 Nr. 163 0.107.1.
  140. Schmahl, Kommentar zu Art. 28/29 KRK Rz. 24. Auch gestützt auf Art. 2 1. ZP EMRK sind die Staaten für Verstösse in privaten Schulen verantwortlich: Bitter, Kommentar zu Art. 2 ZP 1, Rz. 16.
  141. LGBl. 2017 Nr. 31 LR 0.107.13.
  142. Siehe die Übersicht in https://www.unesco.de/mediathek/dokumente/unesco-uebereinkommen.
  143. LGBl. 2000 Nr. 81 LR 0.414.82.
  144. LGBl. 1994 Nr. 59 LR 0.414.6.
  145. Siehe hierzu Landtags-Protokolle 2018, S. 926 (Sitzung vom 3. Mai 2018), und Landtags-Protokolle 2018, S. 668 f. (Sitzung vom 29. März 2018).
  146. LGBl. 1991 Nr. 75 LR 0.414.1.
  147. Zu den Mühen mit der Regelung des Berufes des Dentisten siehe BuA Nr. 12/2014, StGH 2013/042 (Verfassungswidrigkeit der Abschaffung des Dentistenberufes ohne Erlass einer entsprechenden Übergangsbestimmung), StGH 2008/141 (keine Verletzung der Niederlassungsfreiheit, wenn einem Dentisten keine Konzession zur selbständigen Berufsausübung als Zahnarzt erteilt wird).
  148. Siehe hierzu Schiess Rütimann, Kommentar zu Art. 16 LV Kapitel VI.
  149. Berufsbildungsgesetz vom 13. März 2008, BBG, LGBl. 2008 Nr. 103 LR 412.0.
  150. „Art. 3 Abs. 1 Die Berufsbildung ist eine gemeinsame Aufgabe des Staates und der Organisationen der Arbeitswelt. Gemeinsames Ziel ist ein ausreichendes Bildungsangebot, insbesondere in zukunftsfähigen Berufsfeldern. Abs. 2 Zur Verwirklichung der Ziele dieses Gesetzes: a) arbeitet der Staat mit anderen Staaten und staatlichen Organisationen zusammen, insbesondere mit der Schweiz und Österreich; b) arbeiten der Staat und die Organisationen der Arbeitswelt zusammen. Abs. 3 Die Regierung kann Vereinbarungen über die Zusammenarbeit und Koordination der Bildungen abschliessen und sich an ausländischen Fachstellen und Projekten zur Entwicklung und Koordination der Bildung beteiligen. Abs. 4 Auf Antrag der Organisationen der Arbeitswelt oder bei Bedarf stellt der Staat den Zugang zu ausländischen Aus- und Weiterbildungsinstitutionen sicher.“
  151. Zur beruflichen Grundbildung und zur höheren Berufsbildung siehe die Verordnung vom 12. Dezember 2017 über den Nationalen Qualifikationsrahmen des Fürstentums Liechtenstein für Abschlüsse der Berufsbildung (NQFL-BBV, LGBl. 2017 Nr. 396 LR 412.015).
  152. BuA Nr. 121/2007, S. 5.
  153. Siehe für die Zusammenarbeit mit der Schweiz insbesondere die Interkantonale Fachhochschulvereinbarung (FHV) vom 12. Juni 2003, LGBl. 2006 Nr. 222 LR 0.412.201, und die Interkantonale Universitätsvereinbarung 20. Februar 1997, LGBl. 1998 Nr. 113 LR 0.414.910.15.
  154. Siehe die Vereinbarung vom 20. Juni 1968 über die Hochschule für Technik Buchs, LGBl. 2002 Nr. 126 LR 0.412.21, und die Vereinbarung vom 11. Januar 2013 über das Forschungs- und Innovationszentrum Rheintal, LGBl. 2013 Nr. 353 LR 0.429.101.2, RhySearch genannt. Ebenso ist Liechtenstein Träger der Hochschule für Heilpädagogik Zürich. Siehe die Interkantonale Vereinbarung über die Hochschule für Heilpädagogik Zürich vom 21. September 1999 (Gesetzessammlung des Kantons Zürich LS 414.418).
  155. Siehe die in Kapitel VI aufgezählten internationalen Übereinkommen und insbesondere auch das Abkommen vom 30. Oktober 2014 zwischen der Regierung des Fürstentums Liechtenstein und dem Schweizerischen Bundesrat über die gegenseitige Anerkennung von Fähigkeitszeugnissen und Berufsattesten der beruflichen Grundbildung, LGBl. 2014 Nr. 341 LR 0.412.091.01, und das Abkommen vom 23. Februar 2016 zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der Republik Österreich über Gleichwertigkeiten im Bereich der Reifezeugnisse und des Hochschulwesens, LGBl. 2017 Nr. 308 LR 0.414.910.21.
  156. Martin, Bildungswesen, S. 128-133.
  157. Abkommen vom 9. Oktober 1991 zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft über die Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung im Rahmen des Erasmus-Programms, LGBl. 1992 Nr. 26 LR 0.414.81.
  158. Siehe die Informationen der Agentur für Internationale Bildungsangelegenheiten: https://www.aiba.li/.
  159. Der Landtag stimmte dem erforderlichen Finanzbeschluss für das Achte Rahmenprogramm der Europäischen Union für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration „Horizon 2020“ nicht zu: Landtag-Protokolle 2013, S. 2398 (Sitzung vom 5. Dezember 2013).
  160. Martin, Bildungswesen, S. 383 f.
  161. Liechtenstein ist jedoch der Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule (HarmoS-Konkordat) vom 14. Juni 2007 nicht beigetreten.
  162. Siehe hierzu Schulamt, Bericht betreffend die Dauer der Primarschule.
  163. Siehe zum Erarbeitungsprozess in Liechtenstein die Antworten von Regierungsrätin Dominique Gantenbein auf die Kleinen Anfragen der Abgeordneten Susanne Eberle-Strub und Thomas Rehak: Landtags-Protokolle 2018, S. 2221-2223 (Sitzung vom 5. Oktober 2018).
  164. StGH 2014/39 Erw. 4.2.2 und StGH 2012/130 Erw. 3.2.2.
  165. Gemäss Schmahl, Kommentar zu Art. 28/29 KRK Rz. 4, erstreckt sich der Bildungsbegriff der KRK nicht auf die Vorschulbildung.
  166. Siehe Kapitel IV.A.
  167. Siehe Kapitel I.A.
  168. Martin, Bildungswesen, S. 63.
  169. Siehe Kapitel I.A.
  170. Schiess Rütimann, Einführende Bemerkungen zum III. Hauptstück Kapitel VII.
  171. Siehe denn auch das Gesetz vom 5. Juli 1979 über die Förderung der Erwachsenenbildung (LGBl. 1979 Nr. 45 LR 413.0).
  172. Siehe die Übersicht über den damals aktuellen Stand: BuA Nr. 101/2010, S. 23 ff.
  173. Gesetz vom 25. November 2004 über die Universität Liechtenstein (LUG, LGBl. 2005 Nr. 3 LR 414.2).
  174. Gesetz vom 25. November 2004 über das Hochschulwesen (Hochschulgesetz; HSG, LGBl. 2005 Nr. 2 LR 414.0.
  175. Seit Jahren zahlt Liechtenstein jährlich je 250‘000 Fr. an den Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung SNF und an den (österreichischen) Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung FWF: Regierung, Rechenschaftsbericht 2018, S. 467.
  176. Zum eher bescheidenen Engagement Liechtensteins in der öffentlich finanzierten Forschung: Marxer, Forschungsförderung, S. 174 ff., und speziel zur schlecht dotierten freien Forschung, S. 183 f.
  177. Hoch, Meinungsfreiheit, Rz. 5.

Inhalte

Verfassungstext
Kommentar
Schlagwörter
Literaturverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Über dieses Projekt
Letzte Änderungen

About this project
À propos de ce projet

Werkzeuge

Link auf diese Seite
Druckversion
Als PDF downloaden
Zitiervorschlag
Hilfe